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Digitaler Euro: EZB plant Einführung bis 2029 nach Parlamentsvotum

Das Europäische Parlament hat seine Position zum digitalen Euro beschlossen – ein Meilenstein für die geplante digitale Zentralbankwährung der EZB.

Digitaler Euro: EZB plant Einführung bis 2029 nach Parlamentsvotum

Das Europäische Parlament hat seine Position zum digitalen Euro verabschiedet und damit eine der größten legislativen Hürden für das Projekt aus dem Weg geräumt. Laut einer Einschätzung der UBS bleibt das Vorhaben auf Kurs für eine mögliche öffentliche Einführung im Jahr 2029. Der Schritt markiert einen wichtigen Meilenstein für die von der Europäischen Zentralbank (EZB) vorangetriebene digitale Währung.

Als nächster Schritt stehen Verhandlungen zwischen dem Europäischen Parlament, der Europäischen Kommission und dem Rat der Europäischen Union an, die noch in diesem Jahr erwartet werden. Erst danach entscheidet die EZB, ob sie mit der Ausgabe der digitalen Währung tatsächlich fortfährt. Nach dem aktuellen Zeitplan könnte eine formale Entscheidung Ende 2026 fallen – vorausgesetzt, die Gesetzgebung ist bis dahin abgeschlossen.

Auf die formale Entscheidung würden eine Pilotphase in den Jahren 2027 und 2028 sowie schließlich die öffentliche Einführung im Jahr 2029 folgen. Damit handelt es sich um ein Projekt mit einem klaren, aber ambitionierten Fahrplan über mehrere Jahre.

So soll der digitale Euro funktionieren

Der digitale Euro ist als digitale Zentralbankwährung (CBDC) für den Privatkundensektor konzipiert. Er soll für alltägliche Zahlungen genutzt werden – ausdrücklich nicht für Ersparnisse oder Investitionen. Das Bargeld wird er dabei nicht ersetzen, sondern lediglich ergänzen.

Die Infrastruktur sieht eine klare Aufgabenteilung vor: Geschäftsbanken und Zahlungsdienstleister bieten digitale Wallets und Kundendienste an, während die EZB die Ausgabe und Abwicklung der Währung übernimmt. Dieses Modell soll eine breite Akzeptanz im Alltag sicherstellen, ohne das bestehende Bankensystem zu umgehen.

Um mögliche Auswirkungen auf Bankeinlagen zu begrenzen, sollen die Bestände pro Person auf etwa 3.000 Euro begrenzt werden. Zudem soll der digitale Euro nicht verzinst werden. Guthaben, die dieses Limit überschreiten, könnten automatisch auf verknüpfte Bankkonten überwiesen werden – ein Mechanismus, der eine Abwanderung von Einlagen aus dem Bankensystem verhindern soll.

Datenschutz und strategische Autonomie als Kernziele

Ein zentrales Merkmal des Vorschlags ist der Datenschutz. Online-Transaktionen sollen einen ähnlichen Schutz bieten wie bestehende elektronische Zahlungen. Offline-Zahlungen würden sogar eine noch größere Privatsphäre ermöglichen: Transaktionen könnten ohne Datenaustausch mit Zahlungsdienstleistern oder dem Eurosystem durchgeführt werden.

Der Fokus des Projekts hat sich laut dem Bericht über die reine Modernisierung des Zahlungsverkehrs hinaus erweitert. Politische Entscheidungsträger sehen im digitalen Euro zunehmend ein Instrument zur Stärkung der strategischen Autonomie Europas. Konkret geht es darum, die Abhängigkeit von ausländischen Zahlungsdienstleistern zu verringern und Europa auf die wachsende Nutzung von Stablecoins und tokenisierten Finanzmärkten vorzubereiten.

Ökonomen gehen davon aus, dass der digitale Euro Teil der umfassenderen Strategie der EZB zur Modernisierung des Privatkunden-, Großkunden- und grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs im gesamten Euroraum werden wird. Für deutsche Verbraucher und Anleger bedeutet das: Die digitale Ergänzung zum Bargeld rückt näher – auch wenn bis zur tatsächlichen Einführung noch mehrere Jahre und entscheidende politische Weichenstellungen vor uns liegen.

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