Digitalkonzerne vs. etablierte Banken: Wer übernimmt?
Die Finanzbranche im Wandel: Wie verändert die Digitalisierung das Bankgeschäft und wer profitiert davon?

Digitalkonzerne wie Google, Apple und Amazon könnten bald etablierte Banken in Deutschland ablösen, so eine aktuelle Studie des Branchenverbandes Bitkom. Immer mehr Deutsche, vor allem Kunden bis Mitte 20, können sich vorstellen, ein Girokonto bei einem Digitalkonzern zu eröffnen. Während die großen Techunternehmen in Deutschland noch keine eigenen Girokonten anbieten, hat der Digitalkonzern Apple in den USA bereits ein eigenes Sparkonto mit attraktiven Zinsen eingeführt.
Die steigende Akzeptanz von Online-Banking und die zunehmende Nutzung digitaler Angebote für Bank- und Finanzgeschäfte lassen darauf schließen, dass ein Girokonto bei einem Digitalunternehmen für viele Deutsche attraktiv ist. Über 41 Prozent der Befragten können sich vorstellen, ein solches Konto zu eröffnen, bei den 16- bis 29-Jährigen sind es sogar 55 Prozent.
Die Bedeutung von mobilen Banking-Apps nimmt stetig zu. Sie werden immer wichtiger für den Geldverkehr und sind mittlerweile genauso essenziell wie Laptops. Der Markt der sogenannten Neo- oder Smartphone-Banken, bei denen Finanzen und Digitaltechnologie vereint werden, ist bereits groß und hart umkämpft. Ein Beispiel ist Vivid Money aus Berlin, das mehr als eine halbe Million Kunden in Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien hat und verschiedene Finanzdienstleistungen anbietet.
Die meisten dieser neuen Banken arbeiten mit etablierten Banken zusammen, um ihre Dienstleistungen anzubieten. So kooperiert Apple beispielsweise mit der Bank Goldman Sachs. Kundinnen und Kunden sollten bei der Entscheidung für eine "Smartphone-Bank" oder Neobank darauf achten, dass entweder eine eigene Banklizenz vorliegt oder die Partnerbank über eine solche verfügt und dass die Einlagen gesetzlich abgesichert sind.
Die etablierten Banken sind jedoch noch immer starke Akteure auf dem Markt und erweitern kontinuierlich ihre digitalen Angebote. Sie setzen auf Vertrauen, regionale Verankerung und die Kompetenz, ihren Kundinnen und Kunden bei finanziellen Angelegenheiten zu helfen. Während die klassische Filialbank unter Druck geraten könnte, sind die etablierten Banken gut positioniert, um die Bankenservices im Hintergrund auszuführen.
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Zur AktienanalyseExperten gehen davon aus, dass Fintechs und Digitalkonzerne die etablierten Banken eher ergänzen als ablösen werden. Kunden schätzen eher eine Evolution als eine Revolution im Bankensektor. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Markt in den kommenden Jahren entwickeln wird, aber die wachsende Akzeptanz von Digitalbanking und die Attraktivität von Girokonten bei Digitalkonzernen zeigen, dass der Bankenmarkt im Umbruch ist.


