Disney übertrifft Gewinnprognosen dank boomender Themenparks und Streaming-Erfolgen
Erlebnissparte erwirtschaftet 10 Milliarden Dollar Umsatz – Aktie gibt dennoch nach

Der Walt Disney Konzern hat im ersten Geschäftsquartal die Erwartungen der Wall Street übertroffen. Der Medienriese profitierte dabei vor allem von seinen Themenparks und Kreuzfahrten. Der Gesamtumsatz stieg um 5 Prozent auf 26 Milliarden Dollar und übertraf damit die Analystenschätzung von 25,7 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn pro Aktie lag bei 1,63 Dollar, über der Prognose von 1,57 Dollar.
Besonders stark performte die Erlebnissparte (Experiences Division), zu der Disneys Parks, Kreuzfahrten und Konsumgüter gehören. Sie erwirtschaftete einen Umsatz von 10 Milliarden Dollar und steuerte 72 Prozent des vierteljährlichen Betriebsgewinns von knapp 5 Milliarden Dollar bei. Walt Disney World in Orlando profitierte dabei von günstigen Vergleichswerten zum Vorjahr, als Hurrikan Milton die Schließung der Attraktionen erzwungen hatte.
Der Erfolg der Erlebnissparte rückt deren Leiter Josh D'Amaro in den Fokus. Hollywood-Insider halten ihn für den Favoriten auf die Nachfolge von CEO Bob Iger, die Anfang dieses Jahres ansteht. Die starken Quartalszahlen seiner Division dürften seine Position weiter gestärkt haben.
Streaming-Geschäft mit deutlichem Gewinnsprung
Auch die Streaming-Dienste Disney+, Hulu und ESPN zeigten eine positive Entwicklung. Das operative Ergebnis stieg um 72 Prozent auf 450 Millionen Dollar. Der Umsatz legte um 13 Prozent auf 4,4 Milliarden Dollar zu. Disney gibt die Anzahl der Streaming-Abonnenten seit kurzem nicht mehr bekannt.
Die Unterhaltungssparte, die Filmstudios, Fernsehsender und Streaming-Dienste umfasst, meldete einen Umsatzanstieg von 7 Prozent auf 11,6 Milliarden Dollar. Angetrieben wurde dies durch erfolgreiche Kinostarts wie "Zootopia 2" mit weltweit 1,8 Milliarden Dollar Ticketverkäufen und "Avatar: Fire and Ash" mit 1,4 Milliarden Dollar.
Sportsparte und Marketingkosten belasten
Dennoch gab es auch Belastungen: Der Betriebsgewinn der Unterhaltungssparte sank um 35 Prozent, was teilweise auf hohe Marketingkosten für neun Filme zurückzuführen ist – verglichen mit nur vier Filmen in der Vorjahressaison. Zudem verzeichnete die Sparte einen Rückgang der politischen Werbung um 140 Millionen Dollar.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDie Sportsparte ESPN musste einen Rückgang des operativen Ergebnisses um 23 Prozent auf 191 Millionen Dollar hinnehmen. Eine zweiwöchige Vertragsstreitigkeit mit YouTube TV, die Millionen Abonnenten den Zugang zu ESPN kostete, belastete mit 110 Millionen Dollar. Hinzu kamen gestiegene Programmkosten und weniger NBA-Spiele der regulären Saison.
Trotz der insgesamt positiven Zahlen fielen die Disney-Aktien im vorbörslichen Handel am Montag um etwa 2 Prozent. Disney bekräftigte seine Jahresprognose eines zweistelligen Wachstums beim Gewinn pro Aktie und erwartet einen operativen Cashflow von 19 Milliarden Dollar. Das Unternehmen plant zudem Aktienrückkäufe im Wert von 7 Milliarden Dollar.


