Dollar-Schwäche: Trump begrüßt Abwertung, EZB warnt vor Euro-Stärke
US-Währung fällt auf Vierjahrestief – Europäische Zentralbank erwägt geldpolitische Reaktion auf schnelle Euro-Aufwertung

Der US-Dollar hat am Mittwoch eine leichte Erholung gezeigt, nachdem er zuvor auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren gefallen war. US-Präsident Donald Trump bezeichnete die Entwicklung als positiv und erklärte, der Dollar solle "sein eigenes Niveau finden". Diese Aussage befeuert die Spekulationen an den Märkten, dass die US-Regierung eine deutlichere Abwertung der als überbewertet geltenden Währung anstrebt.
Die Haltung der Trump-Administration wirft Fragen auf, insbesondere im Hinblick auf Finanzminister Scott Bessent. Dieser hatte sich nach dem gemeinsamen "Rate Check" der US- und japanischen Behörden zum Dollar-Yen-Wechselkurs am vergangenen Freitag bedeckt gehalten – jener Intervention, die den weltweiten Rückgang des Greenback auslöste.
Fed-Sitzung im Fokus der Märkte
Der Dollar-Einbruch vom Dienstag verstärkte sich durch Trumps beiläufige Kommentare zur Währungsschwäche. Am Mittwoch legten die Märkte eine Atempause ein, während sie auf die erste geldpolitische Entscheidung der Federal Reserve im Jahr warteten. Gleichzeitig spekulierte Trump weiter über die Ernennung eines neuen Fed-Vorsitzenden.
Ein weiterer signifikanter Rückgang des Dollars könnte die Inflationssorgen der US-Notenbank verschärfen. Die Währungsschwäche würde die bereits durch Zölle verursachte importierte Inflation zusätzlich verstärken. Zudem befeuert sie die Erholung der Ölpreise und den Goldpreis, der neue Rekordstände über 5.300 US-Dollar je Unze erreichte.
Europäische Zentralbank unter Zugzwang
Die Beruhigung des Dollar-Ausverkaufs war teilweise auf mögliche Reaktionen aus Europa zurückzuführen. Der Euro überschritt erstmals seit vier Jahren die Marke von 1,20 Dollar, was erneute Spekulationen über weitere Zinssenkungen der EZB im Jahresverlauf auslöste.
EZB-Präsident Francois Villeroy de Galhau äußerte wachsende Besorgnis über die schnelle Euro-Aufwertung. Man beobachte die Entwicklung und ihre möglichen Auswirkungen auf eine niedrigere Inflation genau, erklärte er. Dies werde ein Schlüsselfaktor für die Geldpolitik in den kommenden Monaten sein. Die geringere Zuversicht führte er auf die unvorhersehbare US-Wirtschaftspolitik zurück.
Obwohl die EZB kein offizielles Wechselkursziel verfolgt, beeinflusst die Währungsentwicklung die Zinspolitik erheblich. Wichtige Importe wie Energie werden in Dollar denominiert – ein stärkerer Euro senkt daher die Kosten. EZB-Vizepräsident Luis de Guindos hatte im vergangenen Sommer eine Rate von 1,20 gegenüber dem Dollar als akzeptabel bezeichnet. Niveaus darüber könnten jedoch problematisch werden.
Rohstoffmärkte profitieren von Dollar-Schwäche
Der schwache Dollar macht Rohstoffe wie Öl für Inhaber anderer Währungen günstiger. Die Ölpreise notierten nahe eines Vier-Monats-Hochs. Brent-Futures stiegen um 0,6 Prozent auf 67,95 Dollar je Barrel, während WTI um 0,6 Prozent auf 62,76 Dollar zulegte. Beide Benchmarks steuern auf ihre größten monatlichen prozentualen Anstiege seit Juli 2023 zu.
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Zur AktienanalyseAuf der Angebotsseite führten mehrere Faktoren zu Preisunterstützung: Ein massiver Wintersturm an der US-Golfküste brachte die Exporte vorübergehend zum Erliegen, während Produktionsausfälle in Kasachstan das Angebot zusätzlich verknappten. Die OPEC+ wird voraussichtlich am 1. Februar ihre Pause bei den Produktionserhöhungen für März beibehalten.
US-Wirtschaftsdaten trüben Stimmung
Die Wall-Street-Aktien reagierten zunächst positiv auf die Dollar-Schwäche und stiegen am Dienstag. Investoren sehen darin einen weiteren Schub für die Auslandsergebnisse US-amerikanischer Konzerne. Die Stimmung blieb optimistisch im Vorfeld der Quartalsberichte von Megacaps wie Microsoft, Meta und Tesla.
Bei den US-Staatsanleihen zeigte sich ein anderes Bild: Die langfristigen Renditen stiegen zunächst aufgrund des Dollar-Rückgangs und der steigenden Ölpreise. Die Nachricht eines Einbruchs des US-Verbrauchervertrauens auf den niedrigsten Stand seit über elf Jahren bremste jedoch die Entwicklung. Dieser Rückgang im Januar, zurückzuführen auf einen trägen Arbeitsmarkt und hohe Preise, dürfte für die Trump-Regierung in einem Wahljahr Anlass zur Sorge sein.


