Dollar-Schwäche: Trump und Bessent senden widersprüchliche Signale an Märkte
US-Währung fällt auf Zweijahrestief - Regierung ringt um klare Positionierung zur Dollar-Politik

Der US-Dollar ist diese Woche auf den niedrigsten Stand seit Anfang 2022 gefallen und löste damit Unsicherheit über die künftige Währungspolitik der Trump-Regierung aus. Während Präsident Donald Trump den schwächeren Dollar als "großartig" bezeichnete, bekräftigte Finanzminister Scott Bessent nur einen Tag später die traditionelle "Starke-Dollar"-Politik der USA.
Der Greenback geriet zunächst unter Druck, nachdem Spekulationen über eine gemeinsame US-japanische Intervention zur Stützung des Yen aufkamen. Die Abwärtsbewegung beschleunigte sich jedoch, als Trump signalisierte, dass er mit der Entwicklung zufrieden sei. Diese widersprüchlichen Signale aus dem Weißen Haus und dem Finanzministerium verunsichern Investoren weltweit.
Analysten weisen darauf hin, dass eine "starke Dollar"-Politik nicht zwingend bedeutet, dass die Währung kontinuierlich aufwerten muss. Nachdem der Dollar im Jahrzehnt vor 2024 um fast 50 Prozent zugelegt hatte, könnte eine moderate Korrektur sogar erwünscht sein. Die Frage ist jedoch, ob die Regierung die Kontrolle über das Tempo der Abwertung behalten kann.
Fed-Nachfolge rückt in den Fokus
Neue Impulse erhält der Dollar durch die Diskussion um die Nachfolge von Jerome Powell als Fed-Vorsitzender. Der ehemalige Fed-Gouverneur Kevin Warsh gilt nun als Spitzenkandidat für den Posten. Im Gegensatz zu anderen möglichen Kandidaten steht Warsh für eine zurückhaltendere Geldpolitik, was den Dollar stützen könnte. Präsident Trump kündigte an, seine Entscheidung noch am Freitag bekannt zu geben.
Der japanische Yen gehörte zu den größten Gewinnern der Dollar-Schwäche und wertete zeitweise auf 152 Yen pro Dollar auf. Seither hat die japanische Währung jedoch wieder etwas nachgegeben. Der Euro übersprang erstmals seit vier Jahren kurzzeitig die Marke von 1,20 Dollar, was bei europäischen Exporteuren und der Europäischen Zentralbank für Unbehagen sorgt.
Europa und Asien intensivieren Handelsbeziehungen
Abseits der Währungsturbulenzen intensivieren andere Wirtschaftsregionen ihre Zusammenarbeit. Die EU und Indien gaben diese Woche ein lang erwartetes Handelsabkommen bekannt. Großbritannien und China kündigten einen "Neustart" ihrer Beziehungen an, nachdem Premierminister Keir Starmer und Präsident Xi Jinping stärkere wirtschaftliche Kooperationen vereinbart hatten.
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Zur AktienanalyseEuropäische Länder setzen zudem verstärkt auf Energieunabhängigkeit. Eine neue Vereinbarung zur gemeinsamen Entwicklung eines großen Offshore-Windnetzes soll die Abhängigkeit von US-Importen verflüssigten Erdgases ((LNG)) verringern. Gleichzeitig stiegen die US-Erdgaspreise stark an, als eine arktische Kältewelle über die Vereinigten Staaten zog.
Ölpreise unter Druck durch Iran-Spannungen
Die Aufmerksamkeit der Energiemärkte richtet sich nun wieder auf den Nahen Osten. Eine US-"Armada" ist in Richtung Iran unterwegs, was die Ölpreise im Januar bereits um rund 15 Prozent nach oben getrieben hat. Experten erwarten jedoch, dass Rohöl in seiner engen Preisspanne bleiben wird, sofern es nicht zu größeren Aktionen kommt, die das globale Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage nachhaltig beeinflussen.


