Dollar stabilisiert sich vor Fed-Sitzung – Euro gibt nach
Der US-Dollar legt vor der zweitägigen Fed-Sitzung leicht zu, während der Euro nach jüngsten Gewinnen nachgibt. Anleger erwarten unveränderte Zinsen, beobachten aber die politischen Spannungen um die Notenbank-Unabhängigkeit genau.

Der US-Dollar hat sich am Dienstag nach zwei Tagen mit starken Verlusten stabilisiert und legte um 0,1 Prozent zu. Der Dollar-Index, der den Greenback gegen einen Korb von sechs Hauptwährungen misst, notierte bei 96,99 Punkten – nachdem er am Montag noch ein Viermonatstief erreicht hatte.
Fed-Sitzung im Fokus der Märkte
Die Händler richten ihren Blick auf die beginnende zweitägige geldpolitische Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve. Es wird weithin erwartet, dass die Fed die Zinsen unverändert lässt, da das Wirtschaftswachstum Stärke zeigt und die Arbeitslosigkeit weiterhin auf niedrigem Niveau verharrt. Die Zentralbank dürfte abwarten, bis mehr Klarheit über die konjunkturelle Entwicklung besteht.
Analysten von ING rechnen ursprünglich mit Zinssenkungen im März und Juni, sehen aber ein "klares Risiko", dass eine mögliche Senkung um drei Monate verzögert werden könnte. Da eine unveränderte Zinsentscheidung bereits eingepreist ist, konzentrieren sich Investoren auf mögliche Bedenken zur Unabhängigkeit der Institution.
Politischer Druck auf die Fed wächst
Die Aufmerksamkeit richtet sich besonders auf die strafrechtlichen Ermittlungen der Trump-Administration gegen Fed-Chef Jerome Powell sowie die Bemühungen, Gouverneurin Lisa Cook zu entlassen. Zudem steht die Nominierung von Powells Nachfolger bevor. "Die Schlüsselfrage ist, ob der Kandidat des Präsidenten für den Vorsitz den Rest des Ausschusses davon überzeugen kann, dass weitere Maßnahmen erforderlich sind", so ING.
Die wöchentlichen Beschäftigungsdaten von ADP und das Verbrauchervertrauen des Conference Board für Januar werden im Tagesverlauf erwartet. Die größte Aufmerksamkeit dürfte jedoch die Veröffentlichung der Nonfarm Payrolls in der kommenden Woche auf sich ziehen.
Euro gibt nach starkem Wochenstart nach
Der Euro gab am Dienstag 0,2 Prozent auf 1,1861 Dollar nach und korrigierte damit einige seiner jüngsten Gewinne. Am Montag hatte die Gemeinschaftswährung noch ein Viermonatshoch von 1,19075 Dollar erreicht. ING-Analysten erwarten, dass EUR/USD das Quartal nahe 1,17 Dollar beenden könnte.
Das britische Pfund rutschte um 0,1 Prozent auf 1,3670 Dollar ab und fiel damit von seinem fast viermonatigen Hoch zurück. Die Outperformance des Pfunds in dieser Woche könnte laut ING darauf zurückzuführen sein, dass Vermögensverwalter stark auf Short-Positionen gesetzt hatten, die durch den Dollar-Ausverkauf ungedeckt blieben.
Yen unter Druck – Interventionsspekulationen nehmen zu
Der japanische Yen legte gegenüber dem Dollar um 0,3 Prozent zu und notierte bei 154,69 Yen. In der vorangegangenen Sitzung war die Währung stark gefallen, nachdem Premierminister Takaichi vor übermäßiger Volatilität gewarnt hatte. Dies schürte Spekulationen über eine mögliche staatliche Intervention an den Devisenmärkten.
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Zur AktienanalyseBedenken hinsichtlich überzogener Staatsausgaben unter Takaichi hatten einen massiven Ausverkauf japanischer Staatsanleihen ausgelöst, was den Yen zusätzlich unter Druck setzte. Die Währung bewegt sich weiterhin in Reichweite von Niveaus, die in der Vergangenheit staatliche Interventionen ausgelöst hatten.
Asiatische Währungen unter Druck
Der chinesische Yuan notierte nahe seinen stärksten Niveaus seit zweieinhalb Jahren bei 6,9577 zum Dollar. Der südkoreanische Won zeigte sich stabil bei 1.446,98 Won, obwohl US-Präsident Donald Trump ankündigte, die Zölle auf bestimmte Importe aus Südkorea auf 25 Prozent anzuheben. Trump begründete dies mit Verzögerungen bei der Umsetzung eines Handelsabkommens zwischen Seoul und Washington.
Der australische Dollar gab 0,1 Prozent auf 0,6910 US-Dollar nach, während der neuseeländische Dollar um 0,2 Prozent auf 0,5962 US-Dollar fiel.


