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Dollar steigt auf Zweiwochenhoch vor EZB- und BoE-Zinsentscheidungen

Risikoaversion prägt Finanzmärkte während Anleger auf geldpolitische Signale aus Europa warten.

Dollar steigt auf Zweiwochenhoch vor EZB- und BoE-Zinsentscheidungen

Der US-Dollar hat am Donnerstag deutlich zugelegt und erreichte ein Zweiwochenhoch, während sich an den globalen Finanzmärkten eine spürbare Risikoaversion ausbreitete. Der Dollar-Index, der die Stärke des Greenback gegenüber sechs wichtigen Währungen misst, kletterte um 0,1 Prozent auf 97,762 Punkte und baute damit seine Gewinne den zweiten Tag in Folge aus.

"Es macht sich eine gewisse Risikoaversion bemerkbar", erklärte Sim Moh Siong, Währungsstratege bei OCBC in Singapur. "Bei Risikoaversion neigt der Dollar zur Stärkung." Tatsächlich profitierten die US-Währung und sichere Häfen von der nervösen Stimmung an den Aktienmärkten, die durch gemischte Unternehmensergebnisse und volatile Rohstoffmärkte belastet wurden.

Besonders dramatisch entwickelten sich die Edelmetallmärkte: Silber stürzte um bis zu 16,6 Prozent auf ein Tief von 73,41 Dollar ab, während auch Gold unter Verkaufsdruck geriet. Die jüngste Volatilität bei Gold und Silber wird auf gehebelte Käufe und spekulative Kapitalströme zurückgeführt, die nun eine Korrektur erleben.

Technologiewerte unter Druck

Der Nasdaq Composite verzeichnete in den vergangenen beiden Tagen einen Rückgang von 2,9 Prozent – der stärkste Verlust seit Oktober. Auslöser waren aggressive Ausgabenpläne der Google-Mutter Alphabet sowie ein breiterer Ausverkauf bei Software-Aktien, die sich an die neue Ära der generativen Künstlichen Intelligenz anpassen müssen.

Gegenüber dem japanischen Yen hielt sich der Dollar bei 156,81 Yen stabil. Eine Auktion 30-jähriger japanischer Staatsanleihen stieß auf solide Nachfrage, während Japans Wahlkampf vor der Abstimmung am Sonntag in die entscheidende Phase ging.

Europäische Notenbanken im Fokus

Der Euro gab vor der EZB-Entscheidung um 0,2 Prozent auf 1,1790 Dollar nach. Marktteilnehmer erwarten, dass die Europäische Zentralbank ihre Zinsen unverändert lässt. Die Aufmerksamkeit richtet sich auf die anschließende Pressekonferenz, um Hinweise auf die künftige Zinspolitik zu erhalten.

Analysten der Bank of America rechnen mit nur geringfügigen Anpassungen in der Kommunikation der EZB. "Unsere Überzeugung hinsichtlich einer Zinssenkung im März ist nicht felsenfest, aber wir bleiben von einer Lockerungstendenz ab diesem Zeitpunkt überzeugt", so die Experten.

Auch das britische Pfund schwächte sich vor der Sitzung der Bank of England um 0,2 Prozent auf 1,3621 Dollar ab. Auch hier erwarten Marktteilnehmer zunächst keine Zinsänderung.

Fed-Signale dämpfen Zinssenkungshoffnungen

Fed-Gouverneurin Lisa Cook äußerte sich in einer Rede besorgt über den stockenden Fortschritt bei der Inflationsbekämpfung. Sie signalisierte damit, dass sie weitere Zinssenkungen erst unterstützen wird, wenn die durch Zölle verursachten Preissteigerungen nachlassen.

Laut dem FedWatch-Tool der CME Group preisen die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von 88 Prozent ein, dass die US-Notenbank die Zinsen bei ihrer Sitzung Mitte März unverändert lässt. Die Wetten auf eine Zinssenkung stiegen allerdings von 9,4 auf 12 Prozent.

Rohstoffwährungen und Kryptomärkte schwach

Die als Risikobarometer geltenden Antipodenwährungen gerieten unter Druck. Der Australische Dollar fiel um 0,4 Prozent auf 0,6968 US-Dollar, der Neuseeländische Dollar verlor 0,3 Prozent auf 0,5986 Dollar.

Gegenüber dem chinesischen Offshore-Yuan blieb der Dollar bei 6,9439 Yuan stabil, nachdem US-Präsident Donald Trump und sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping über Handel, Sicherheitsfragen und US-Waffenverkäufe an Taiwan gesprochen hatten.

Kryptowährungen weiteten ihre Verluste aus und fielen auf den niedrigsten Stand seit November 2024. Bitcoin stürzte um bis zu 3,54 Prozent auf 70.052 Dollar ab, Ether gab um 1,3 Prozent auf 2.098 Dollar nach.

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