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Dollar verliert an Strahlkraft in der Weltwirtschaft

Währungspolitik, Schulden und Misstrauen bringen globale Ordnung ins Wanken

Dollar verliert an Strahlkraft in der Weltwirtschaft

Der US-Dollar verliert an Anziehungskraft – und das in einem Maße, das internationale Notenbanker, Ökonomen und Investoren zunehmend alarmiert. Die amerikanische Währung, lange Zeit unangefochtene Leit- und Reservewährung der Welt, gerät durch protektionistische Handelspolitik, wachsendes Misstrauen in die US-Regierung und eine steigende Staatsverschuldung unter Druck. Die Folge: Ein spürbarer Wertverlust gegenüber anderen wichtigen Währungen. Seit Jahresbeginn hat der Dollar gegenüber einem handelsgewichteten Währungskorb fast elf Prozent verloren, im Vergleich zum Euro liegt das Minus bei rund zehn Prozent.

US-Präsident Donald Trump verfolgt bewusst eine Politik des schwachen Dollar. Seine wirtschaftliche Rechnung ist simpel: Ein niedriger Kurs soll Exporte verbilligen, Importe verteuern und so das chronische Handelsdefizit der USA verringern. Doch diese Strategie bringt auch Risiken. Die internationale Rolle des Dollar basiert auf Vertrauen – in die Stabilität der amerikanischen Finanzpolitik und die Unabhängigkeit der Federal Reserve. Beides steht derzeit infrage. Trumps Angriffe auf Notenbankchef Jerome Powell sowie die explodierende Staatsverschuldung sorgen bei Investoren für Verunsicherung. Allein in diesem Jahr müssen US-Staatsanleihen im Volumen von 9,2 Billionen Dollar refinanziert werden.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde und Chinas Notenbankchef Pan Gongsheng nutzen das Momentum, um ihre eigenen Währungen ins Spiel zu bringen. Während Lagarde von einer größeren internationalen Rolle des Euro spricht, fordert Pan ein multipolares Währungssystem. Der Euro hat sich bisher stabil gehalten, doch es fehlt an einem einheitlichen Anleihemarkt, um dem Dollar Konkurrenz zu machen. Der chinesische Renminbi wiederum ist durch mangelnde Konvertibilität und Kapitalverkehrskontrollen limitiert, obwohl China mit bilateralen Abkommen und einem eigenen Zahlungssystem die Internationalisierung seiner Währung vorantreibt.

Globale Anleger reagieren bereits. Große Vermögensverwalter wie Pimco und JP Morgan empfehlen, den Dollar-Anteil in Portfolios zu reduzieren. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Währungsabsicherungen. In Ländern wie Dänemark sichern Pensionsfonds ihre Dollar-Risiken so stark ab wie seit Jahren nicht mehr. Auch Notenbanken reagieren: Viele stocken ihre Goldreserven auf, insbesondere China. Das Vertrauen in den Dollar als sicheren Hafen bröckelt.

Die geopolitische Lage verstärkt diese Entwicklung. Der Einfrieren russischer Devisenreserven durch die USA hat vielen Ländern die Risiken der Dollar-Dominanz vor Augen geführt. In einer zunehmend fragmentierten Weltwirtschaft könnte ein blockweises Währungssystem entstehen, das die bisherige Vormachtstellung des US-Dollar weiter schwächt.

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