DR Kongo untersucht 5.000 Tonnen Uran in Kobaltexporten
Die Demokratische Republik Kongo geht einer massiven Uran-Kontamination in Kobaltexporten nach, die zwei Jahrzehnte umfasst.

Die Demokratische Republik Kongo (DR Kongo) hat eine offizielle Untersuchung eingeleitet, nachdem Forscher alarmierende Befunde veröffentlicht haben. Schätzungen zufolge haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten wahrscheinlich Tausende Tonnen radioaktives Uran das Land unbemerkt verlassen – versteckt in Kobaltexporten.
Konkret geht es um rund 5.000 Tonnen Uran, die laut Forschern im Rahmen von Kobaltexporten aus dem weltgrößten Kobalt-Produktionsland ausgeführt worden sein sollen. Die Erkenntnisse wurden am 30. Juli in der renommierten Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht und haben international für Aufsehen gesorgt.
Regierung reagiert mit Testprogramm und Arbeitsgruppe
Die kongolesische Regierung hat angekündigt, Kobalthydroxid künftig systematisch zu testen. Dieses Material wird größtenteils nach China exportiert, dem weltweit bedeutendsten Verarbeitungsstandort für Kobalt. Zusätzlich soll eine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe die in Nature Communications veröffentlichten Forschungsergebnisse aufarbeiten und bewerten.
Die Untersuchung wirft grundlegende Fragen über die Kontrollmechanismen im kongolesischen Bergbausektor auf. Dass eine derart große Menge eines radioaktiven Metalls über einen Zeitraum von zwei Jahrzehnten unentdeckt das Land verlassen haben soll, deutet auf erhebliche Lücken in der Exportkontrolle hin.
Kobalt und Uran – eine brisante Verbindung
Die DR Kongo ist der mit Abstand größte Kobaltproduzent der Welt und liefert einen Großteil des Rohstoffs, der in Lithium-Ionen-Batterien für Elektrofahrzeuge und Elektronikgeräte eingesetzt wird. Kobalt und Uran kommen in der Region geologisch häufig gemeinsam vor, was eine Kontamination bei der Förderung und Verarbeitung grundsätzlich möglich macht.
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Zur AktienanalyseUran ist ein radioaktives Schwermetall, dessen unkontrollierter Export international strengen Regularien unterliegt. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) sowie zahlreiche nationale Behörden überwachen den Handel mit nuklearen Materialien. Sollten sich die Forschungsergebnisse bestätigen, hätte dies weitreichende Konsequenzen für die Lieferketten der Batterie- und Elektronikindustrie weltweit.
Für deutsche und europäische Investoren sowie Unternehmen, die auf Kobalt aus der DR Kongo angewiesen sind, könnte die Untersuchung neue Compliance-Anforderungen und Lieferkettenrisiken mit sich bringen. Die Entwicklungen werden von der Rohstoffbranche daher mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.


