Drastischer Anstieg der Bauzinsen erwartet
Die Rendite von Bundesanleihen beeinflusst Immobilienzinsen

Die Bauzinsen in Deutschland stehen vor einem signifikanten Anstieg, und potenzielle Immobilienkäufer könnten in dieser Woche mit Zinssätzen von bis zu fünf Prozent konfrontiert werden. Dies ist hauptsächlich auf die Entwicklung auf den Anleihemärkten zurückzuführen.
In den letzten Tagen haben die Anleiherenditen erhebliche Sprünge gemacht, wodurch sich der Immobilienmarkt zusätzlich verschärft. Insbesondere die zehnjährigen Bundesanleihen könnten bald die Drei-Prozent-Marke erreichen, ein Wert, der in den letzten zwölf Jahren nicht beobachtet wurde. Ähnlich verhält es sich mit den zehnjährigen US-Staatsanleihen, die erstmals seit 16 Jahren auf über fünf Prozent gestiegen sind.
Max Herbst von der FMH-Finanzberatung kommentiert die aktuelle Entwicklung: „Wir werden zu Beginn dieser Woche wahrscheinlich einen Anstieg der Bauzinsen sehen. Banken tendieren dazu, mit einer kleinen Verzögerung auf Marktveränderungen zu reagieren.“ Derzeit betragen die Zinssätze laut FMH durchschnittlich 4,2 Prozent bei einer Zinsbindung von zehn Jahren. Herbst fügt hinzu: „Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir in Kürze einen Zinssatz von 4,5 Prozent für eine zehnjährige Zinsbindung erleben werden, und bei einer Finanzierung von 80 Prozent könnten es sogar fünf Prozent werden.“
Ein weiteres bemerkenswertes Detail ist der durchschnittliche Beleihungsauslauf. Dieser Wert gibt an, welcher Prozentsatz des Beleihungswerts durch einen Kredit finanziert wird. Laut den Finanzierungsberatern von Dr. Klein lag dieser Wert im September bei 85,88 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg von gut fünf Prozentpunkten. Ein höherer Beleihungswert bedeutet in der Regel ein geringeres Eigenkapital des Käufers, was wiederum das Kreditrisiko für die Banken erhöht. Als Reaktion darauf steigen die Zinssätze für die Kreditnehmer.
Es ist wichtig zu betonen, dass für die allgemeine Höhe der Bauzinsen vor allem die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen relevant sind und nicht die Leitzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB). Der Hintergrund dafür ist der Pfandbriefmarkt, über den sich Banken refinanzieren. Pfandbriefe und Staatsanleihen haben eine ähnliche Sicherheitseinstufung, weshalb ihre Renditen oft parallel verlaufen.
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Zur AktienanalyseDer derzeitige Anstieg der Bauzinsen könnte sich auf das Geschäft mit Baufinanzierungen auswirken. Nach einem deutlichen Zinsanstieg im letzten Jahr hat sich das Volumen der Baufinanzierungen reduziert. Durch den jüngsten Zinsanstieg könnten Immobilienkäufe über Kredite zusätzlich erschwert werden. Insbesondere nach dem Ausbruch des Ukrainekriegs, der die Bauzinsen in kürzester Zeit von unter einem auf über vier Prozent trieb, könnten neue Höchststände erreicht werden.


