Drax-Managerin zweifelt an öffentlichen Aussagen zur Biomasse-Beschaffung
Interne Dokumente zeigen Bedenken einer leitenden Politikspezialistin zur Richtigkeit von Unternehmensäußerungen.

Eine leitende Managerin des britischen Biomassekraftwerk-Betreibers Drax hat intern Zweifel an der Richtigkeit öffentlicher Unternehmensaussagen zur Holzbeschaffung geäußert. Dies geht aus Dokumenten hervor, die vor einem Arbeitsgericht vorgelegt wurden.
Tanisha Beebee, die als Senior Manager für Regierungspolitik bei dem FTSE 250-Unternehmen tätig war, äußerte in einer internen Untersuchung Bedenken bezüglich Äußerungen von Vorstandsvorsitzendem Will Gardiner. Die fraglichen Statements fielen im Jahr 2022 nach einer kritischen BBC-Untersuchung zur Beschaffungspraxis des Unternehmens.
Die Enthüllungen werfen ein neues Licht auf die Kontroverse um Drax, einen der größten Biomassekraftwerk-Betreiber Europas. Das Unternehmen steht seit längerem in der Kritik wegen seiner Beschaffungspraktiken für Holzpellets, die zur Stromerzeugung verbrannt werden.
Hintergrund der Biomasse-Debatte
Biomassekraftwerke gelten in Großbritannien als Teil der erneuerbaren Energien und erhalten staatliche Subventionen. Kritiker bemängeln jedoch, dass die Verbrennung von Holz zur Stromerzeugung weder klimaneutral noch nachhaltig sei, insbesondere wenn dafür Wälder abgeholzt werden.
Drax bezieht einen Großteil seiner Holzpellets aus Nordamerika und betont regelmäßig die Nachhaltigkeit seiner Lieferketten. Die nun bekannt gewordenen internen Bedenken könnten die Glaubwürdigkeit dieser Aussagen in Frage stellen.
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Zur AktienanalyseDie Dokumente wurden im Rahmen eines laufenden Arbeitsgerichtsverfahrens öffentlich. Details zu den spezifischen Bedenken Beebees und den genauen Aussagen Gardiners sind bislang nicht vollständig bekannt. Das Unternehmen hat sich zu den Vorwürfen noch nicht ausführlich geäußert.
Für deutsche Investoren ist der Fall von Bedeutung, da die Debatte um Biomasse auch in Deutschland intensiv geführt wird und die Nachhaltigkeitskriterien für erneuerbare Energien zunehmend verschärft werden.


