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Drei indische Seeleute bei US-Militärangriff vor Oman getötet

Ein US-Präzisionsschlag auf den Tanker Settebello im Golf von Oman forderte drei Todesopfer – Indien protestiert scharf.

Drei indische Seeleute bei US-Militärangriff vor Oman getötet

Drei indische Seeleute sind bei einer US-Militäroperation im Golf von Oman ums Leben gekommen. Das bestätigte der indische Schifffahrtsminister Sarbananda Sonowal am Donnerstag. Die Männer waren zunächst als vermisst gemeldet worden, bevor ihre Leichen lokalisiert und identifiziert werden konnten.

Das US-Zentralkommando (Centcom) führte einen Präzisionsschlag gegen den unter der Flagge von Palau fahrenden Mineralöltanker Settebello durch. Ein US-Flugzeug feuerte dabei „Präzisionsmunition in den Maschinenraum des Schiffes, nachdem die Besatzung wiederholt den Anweisungen der US-Streitkräfte nicht Folge geleistet hatte", so Centcom. 21 weitere indische Seeleute wurden gerettet.

Centcom erklärte, die Settebello habe „gegen die laufende Blockade verstoßen, indem sie versuchte, Öl aus dem Iran zu transportieren". Die omanische Marine reagierte auf den Notruf des Schiffes, nachdem dieses nach dem Angriff einen Brand im Maschinenraum gemeldet hatte – so die britische Risikomanagementgruppe Vanguard.

Indiens scharfer Protest gegen Washington

Das indische Außenministerium verurteilte den Angriff und bestellte den stellvertretenden Missionschef der USA in Indien ein. Zwei indische Quellen bestätigten gegenüber Reuters, dass Indien „scharfen Protest" gegen den Vorfall eingelegt habe. Schifffahrtsminister Sonowal erklärte: „Bedauerlicherweise wurde der Tod von drei indischen Seeleuten, die zunächst als vermisst gemeldet worden waren, nun bestätigt, nachdem die Leichen lokalisiert und identifiziert werden konnten."

Familienmitglieder von Shivanand Chaurasia, einem der verstorbenen Seeleute, berichteten Reportern, er sei vor etwa neun Monaten zur See gefahren. Seinem Vater hatte er noch Anfang der Woche mitgeteilt, dass alles in Ordnung sei. Unabhängig vom Settebello-Vorfall meldete die indische Botschaft in Oman am Donnerstag zudem einen weiteren Zwischenfall mit einem Tanker vor der omanischen Küste.

US-Blockade gegen iranischen Ölexport

Die Todesfälle sind die ersten gemeldeten Opfer seit Beginn der US-Blockade am 13. April. Im Rahmen dieser Operationen hat Washington nach eigenen Angaben acht Schiffe manövrierunfähig gemacht, 134 Schiffe zur Umkehr gezwungen und 42 Schiffen mit humanitären Hilfsgütern die Durchfahrt gestattet. Am Montag machten US-Streitkräfte zudem den unbeladenen Öltanker Marivex – ebenfalls mit indischer Besatzung – im Golf von Oman manövrierunfähig, nachdem dieser versucht hatte, einen iranischen Hafen anzulaufen.

Zu den Zielen der Blockade gehören iranische Schiffe sowie Tanker der sogenannten „Schattenflotte". Dabei handelt es sich in der Regel um ältere Schiffe ohne westliche Versicherung, die unter den Flaggen verschiedener Nationen fahren, um ihre wahren Eigentumsverhältnisse, ihre Ladung und ihre Bewegungen zu verschleiern.

Diplomatische Brisanz vor G7-Gipfel

Die Vorfälle ereignen sich zu einem politisch heiklen Zeitpunkt: In der kommenden Woche findet der G7-Gipfel statt, bei dem der indische Premierminister Narendra Modi voraussichtlich bilaterale Gespräche mit US-Präsident Donald Trump führen wird. Die Spannungen zwischen Neu-Delhi und Washington dürften das Treffen belasten.

Indien ist laut Regierungsdaten der weltweit drittgrößte Lieferant von Seeleuten – mehr als 300.000 indische Staatsbürger arbeiten in globalen Schifffahrtsflotten. Die Häufung von Vorfällen mit indischen Besatzungsmitgliedern macht die US-Blockade damit zu einem zunehmend sensiblen Thema für die indische Regierung.

Auch die internationale Schifffahrtsgemeinschaft reagierte mit Kritik. Arsenio Dominguez, Generalsekretär der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO), erklärte am Mittwoch: „Ich verurteile jede Handlung einer Partei, die das Leben von Seeleuten und die Sicherheit der internationalen Schifffahrt gefährdet, aufs Schärfste. Dies ist schlichtweg inakzeptabel."

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