Drohnenangriff drosselt kasachische Öltransporte
Markt reagiert mit Preissteigerung – OPEC+ und Ukraine-Gespräche im Fokus

Die Ölpreise haben am Dienstag ihre Gewinne ausgebaut, nachdem ein Drohnenangriff auf eine Ölpumpstation in Russland die Durchflussmengen aus Kasachstan verringert hat. Die Preissteigerung wurde jedoch durch die Aussicht auf ein steigendes Angebot begrenzt. Brent-Rohöl-Futures stiegen bis 10:14 Uhr GMT um 44 Cent oder 0,6 Prozent auf 75,66 US-Dollar pro Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) lag bei 71,65 US-Dollar pro Barrel, was einem Anstieg um 91 Cent gegenüber dem Schlusskurs am Freitag entspricht. Am Montag fand wegen des US-Feiertags Presidents' Day kein Handel mit WTI statt.
Ein leitender russischer Beamter teilte mit, dass ukrainische Drohnen eine russische Pipeline angegriffen haben, die etwa ein Prozent der weltweiten Rohölversorgung transportiert. Die russische Öltransportgesellschaft Transneft erklärte, dass der Schaden die Transitmengen aus Kasachstan um etwa 30 Prozent reduzieren könnte. Die Reparaturarbeiten könnten bis zu zwei Monate in Anspruch nehmen. Der Marktstratege Yeap Jun Rong von IG sagte, dass die Schwäche der Ölpreise in den vergangenen Wochen das bestimmende Thema gewesen sei. Die Nachrichten über den Drohnenangriff auf die kasachische Exportpipeline in Russland hätten nun für eine Umkehr der bärischen Stimmung gesorgt.
Analysten von BMI prognostizieren, dass die Brent-Preise im Jahr 2025 durchschnittlich bei 76 US-Dollar pro Barrel liegen könnten, was einem Rückgang von fünf Prozent im Vergleich zum Durchschnittspreis von 2024 entspreche. Sie begründen dies mit einem Überangebot, Zöllen und Handelskonflikten. Marktteilnehmer beobachten außerdem die Entwicklung der Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine, an denen auch US-amerikanische und russische Vertreter teilnehmen. Diese sollen noch am Dienstag in Saudi-Arabien stattfinden. Analyst Neil Crosby von Sparta Commodities sagte, dass der Ausgang der Verhandlungen derzeit der größte Unsicherheitsfaktor für den Ölmarkt sei. Es sei denkbar, dass russisches Öl teilweise auf den legalen Markt zurückkehren könnte, wobei es viele mögliche Szenarien für das Endergebnis gebe.
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Zur AktienanalyseRussische Staatsmedien berichteten, dass die OPEC+-Produzenten nicht in Erwägung ziehen, die geplanten monatlichen Erhöhungen der Ölproduktion ab April zu verschieben. Im Dezember hatte die OPEC beschlossen, den ursprünglich früher vorgesehenen Produktionsanstieg auf April zu verschieben. Als Grund wurden damals die schwache Nachfrage und das steigende Angebot außerhalb der Gruppe genannt. Yeap von IG merkte an, dass die langfristigen Gewinne am Ölmarkt begrenzt bleiben könnten, da die Marktteilnehmer mit einem höheren Angebot von OPEC+ und Russland rechnen, während die Nachfrageentwicklung, insbesondere in China, unsicher bleibe.


