E-Auto-Rückzug: Autobauer belasten Bilanzen mit 70 Milliarden Dollar
Honda, Ford, GM, Volkswagen und Stellantis schrauben ihre Elektro-Ambitionen massiv zurück und verbuchen Milliardenabschreibungen.

Die globale Automobilindustrie vollzieht eine spektakuläre Kehrtwende in der Elektromobilitätsstrategie. Fünf der weltgrößten Autohersteller haben zusammen Belastungen von rund 70 Milliarden Dollar verbucht – wegen abgebrochener E-Auto-Projekte, gestrichener Modelle und umgeschriebener Zukunftspläne. Als jüngstes Unternehmen schloss sich Honda am 12. März dieser Entwicklung an.
Japans zweitgrößter Automobilhersteller kündigte eine Belastung von 2,5 Billionen Yen – umgerechnet 15,7 Milliarden Dollar – über die kommenden Jahre an. Gleichzeitig erwartet Honda für das laufende Geschäftsjahr einen Verlust von bis zu 570 Milliarden Yen, nachdem zuvor noch ein Gewinn von 550 Milliarden Yen prognostiziert worden war. CEO Toshihiro Mibe erklärte, der Konzern werde sich künftig auf Hybridfahrzeuge konzentrieren.
Die Abschreibungswelle im Überblick
Ford hatte bereits im Dezember eine Abschreibung von 19,5 Milliarden Dollar angekündigt, mehrere Elektromodelle gestrichen und einen massiven Schwenk zu Benzin- und Hybridfahrzeugen vollzogen. General Motors folgte im Januar mit einer Belastung von 6 Milliarden Dollar, davon 4,2 Milliarden Dollar in bar – unter anderem für Vertragsstornierungen mit Zulieferern.
Stellantis, der französisch-italienische Konzern hinter Marken wie Fiat, Peugeot und Chrysler, verbuchte Anfang Februar die bislang größte Abschreibung seiner Geschichte. Rund 6,5 Milliarden Euro sollen über vier Jahre fließen, um die Produktpalette an veränderte Verbraucherwünsche und neue US-Emissionsvorschriften anzupassen.
Volkswagen, Europas führender Automobilhersteller, hatte bereits im September vergangenen Jahres eine Belastung von 5,1 Milliarden Euro bekannt gegeben. Hintergrund war eine umfassende Produktüberarbeitung bei Porsche, die mehrere Elektromodelle zugunsten von Hybriden und Verbrennern verschob. Allein die Wertminderungen beliefen sich dabei auf rund 3,5 Milliarden Dollar.
Chinesische Konkurrenz und stockende Nachfrage als Treiber
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Zur AktienanalyseDie etablierten Hersteller kämpfen auf mehreren Fronten gleichzeitig. Chinesische Anbieter wie BYD drängen mit günstigen Elektrofahrzeugen auf die Weltmärkte und setzen die traditionellen Konzerne unter Druck. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach reinen Elektrofahrzeugen – besonders in den USA – deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben.
Für deutsche Anleger und Verbraucher ist die Entwicklung bei Volkswagen besonders relevant. Der Wolfsburger Konzern steht nicht nur wegen der E-Auto-Strategie unter Druck, sondern kämpft auch mit hohen Produktionskosten und sinkenden Marktanteilen in China. Die Milliarden-Abschreibungen zeigen, wie teuer der Strategiewechsel die Branche insgesamt zu stehen kommt.


