E-Autoprämie: Jedes vierte geförderte Fahrzeug kommt aus China
Eine BAFA-Auswertung der WirtschaftsWoche zeigt: Chinesische Produktionsstandorte profitieren überproportional von der deutschen Elektroauto-Kaufprämie.

Die staatliche Kaufprämie für Elektroautos sollte den Hochlauf der E-Mobilität in Deutschland ankurbeln. Doch eine aktuelle Auswertung der WirtschaftsWoche zeigt: Ein erheblicher Teil der Fördergelder fließt indirekt in Richtung China. Konkret wurde jedes vierte mit der Prämie bezuschusste Elektroauto in der Volksrepublik produziert.
Grundlage der Analyse sind Daten des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) – der Behörde, die für die Bewilligung der Elektroauto-Förderung zuständig ist. Das BAFA hat veröffentlicht, welche Fahrzeugmodelle im Jahr 2026 bislang von geförderten Haushalten erworben wurden. Die WirtschaftsWoche hat diese Zahlen systematisch ausgewertet und nach Produktionsstandorten aufgeschlüsselt.
Das Ergebnis ist für die deutsche Automobilindustrie bemerkenswert: 25 Prozent der mit staatlicher Unterstützung gekauften Elektrofahrzeuge stammen aus chinesischer Fertigung. Damit profitieren ausländische Produktionsstätten in erheblichem Maße von einem Förderprogramm, das ursprünglich auch die heimische Industrie stärken sollte.
Förderprogramm unter der Lupe
Das BAFA ist als zentrale Anlaufstelle für die Bearbeitung und Genehmigung von Elektroauto-Förderanträgen in Deutschland bekannt. Die Behörde erfasst dabei nicht nur die Antragsteller, sondern auch die konkret erworbenen Fahrzeugmodelle – eine Datenbasis, die seltene Einblicke in das tatsächliche Kaufverhalten geförderter Haushalte ermöglicht.
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Zur AktienanalyseFür Privatanleger, die in den Automobilsektor investieren, liefert diese Auswertung relevante Hinweise auf Marktverschiebungen. Die Zahlen deuten darauf hin, dass chinesische Produktionskapazitäten – ob von chinesischen Herstellern oder von internationalen Marken mit Fertigungsstandorten in China – zunehmend wettbewerbsfähig sind und auch im deutschen Markt Fuß fassen.
Die Debatte um die Wirksamkeit staatlicher Kaufprämien für Elektroautos ist damit um eine neue Dimension reicher. Kritiker könnten argumentieren, dass Subventionsprogramme ohne klare Herkunftskriterien unbeabsichtigt ausländische Wertschöpfungsketten begünstigen. Befürworter hingegen betonen, dass die Förderung primär dem deutschen Verbraucher und der Verkehrswende zugutekommen soll – unabhängig vom Produktionsstandort des Fahrzeugs.


