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easyJet erholt sich – Alphabets KI-Ausgaben belasten die Aktie

easyJet meldet Quartalsgewinnrückgang, erholt sich aber nach Kursrutsch. Alphabet enttäuscht mit explodierenden KI-Investitionen.

easyJet erholt sich – Alphabets KI-Ausgaben belasten die Aktie

Die britische Billigfluggesellschaft easyJet hat für das dritte Quartal einen Gewinn von 85 Millionen Britischen Pfund gemeldet – ein deutlicher Rückgang gegenüber den 286 Millionen Pfund im Vorjahreszeitraum. Als Hauptursachen nennt das Unternehmen die Folgen des Nahostkonflikts: höhere Treibstoffkosten, beeinträchtigte Flugpläne und eine insgesamt schwächere Nachfrage. Trotz des schwierigen Umfelds betonte easyJet, dass eine attraktive Preisgestaltung dazu beigetragen habe, die starke Nachfrage nach kurzfristigen Buchungen für Flüge und Urlaubsreisen zu stützen.

Die Aktie erholt sich heute nach einem heftigen Kursrutsch von 12 Prozent am Vortag. Ausgelöst wurde der Einbruch durch Sorgen rund um den laufenden Übernahmekampf zwischen den Finanzinvestoren Castlelake und Apollo. Das derzeit führende Angebot von Apollo beläuft sich auf 5,7 Milliarden Britische Pfund. Am Mittwoch brach der Kurs zeitweise sogar um bis zu 15 Prozent ein, nachdem die Europäische Union angekündigt hatte, ihre Eigentumsregeln für Fluggesellschaften zu überprüfen.

easyJet Holidays als heimlicher Star

Besonders positiv sticht die Urlaubssparte des Konzerns hervor. easyJet Holidays erzielte im dritten Quartal einen Vorsteuergewinn von 84 Millionen Pfund – nur geringfügig unter den 86 Millionen Pfund des Vorjahres. Dieser Bereich erweist sich damit als bemerkenswert widerstandsfähig gegenüber dem makroökonomischen Gegenwind und spricht gezielt preisbewusste Verbraucher an, die nach Pauschalangeboten mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis suchen.

Das kapitalschonende Modell der Urlaubssparte zahlt sich für den Konzern aus, und easyJet setzt große Hoffnungen in den langfristigen Beitrag dieses Geschäftsbereichs zum Gesamtgewinn. Trotz der jüngsten Turbulenzen notieren die easyJet-Aktien im bisherigen Jahresverlauf weiterhin deutlich im Plus, was die eingepreiste Übernahmeprämie widerspiegelt. Anleger scheinen weiterhin an ein endgültiges Zustandekommen des Apollo-Deals zu glauben.

Hintergrund der EU-Sorgen ist die Befürchtung, dass eine Übernahme von easyJet durch US-amerikanisches Private-Equity den Weg für weitere finanzstarke US-Firmen ebnen könnte, europäische Fluggesellschaften aufzukaufen. Dies würde zu einem Verlust des EU-Eigentums und der Kontrolle in diesem strategisch wichtigen Sektor führen.

Alphabet: KI-Ausgaben belasten Stimmung und Kurs

Parallel dazu sorgt der Google-Mutterkonzern Alphabet für Gesprächsstoff an den Märkten. Die Aktie gab nachbörslich nach, da Anleger über die massiv gestiegenen Ausgaben für Künstliche Intelligenz besorgt sind. Alphabet erhöhte seine Prognose für die Investitionsausgaben (Capex) auf 195 bis 205 Milliarden US-Dollar für das Gesamtjahr – nach einer vorherigen Prognose von 180 bis 190 Milliarden Dollar.

Besonders auffällig: Alphabet meldete erstmals einen negativen freien Cashflow, was die Intensität der KI-Investitionen unterstreicht. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 2,85 US-Dollar und verfehlte damit die Analystenerwartungen von 2,89 Dollar. Hinzu kommt die Verzögerung des nächsten KI-Modells Gemini 3.5 Pro, was bei Investoren für zusätzliche Unruhe sorgt, während Konkurrenten wie OpenAI und Anthropic weiter Fortschritte machen.

Auf der positiven Seite übertraf der Umsatz von Google Cloud im zweiten Quartal mit einem Anstieg von 82 Prozent auf 24,8 Milliarden Dollar die Erwartungen deutlich. Auch der Gesamtumsatz von 119,80 Milliarden Dollar lag über den Analystenprognosen. Trotz der aktuellen Schwäche haben sich Alphabet-Aktien im Jahresvergleich um fast 80 Prozent und seit Jahresbeginn um rund 10 Prozent verteuert – eine Entwicklung, die selbst Konkurrenten wie Microsoft in den Schatten stellt.

Heute Morgen notiert die Alphabet-Aktie in Frankfurt im Minus. Mehrere Analysten, darunter JP Morgan und Morgan Stanley, haben ihre Kursziele für den Titel gesenkt. Im hart umkämpften KI-Wettrüsten bleibt der Druck auf alle großen Technologiekonzerne hoch – Fehler oder Verzögerungen werden vom Markt unmittelbar bestraft.

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