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Ebola im Kongo: Mindestens 30 Tote in überfülltem Flüchtlingslager

Im Lager Kigonze in Bunia sterben Menschen mit Ebola-Symptomen – Testhürden und Mittelkürzungen verschärfen die Krise dramatisch.

Ebola im Kongo: Mindestens 30 Tote in überfülltem Flüchtlingslager

Im Flüchtlingslager Kigonze in der kongolesischen Stadt Bunia häufen sich die Todesfälle mit Ebola-typischen Symptomen. Mindestens 30 Menschen sind dort gestorben, wobei Kopfschmerzen, Fieber und Erbrechen als Symptome beschrieben wurden. Die Ursachen konnten jedoch nicht vollständig bestätigt werden, da viele Bewohner Tests bis zuletzt verweigerten.

Lagersprecher Desire Grodya Bapi beschreibt die Lage gegenüber Reuters mit eindringlichen Worten: „Früher sind die Menschen nicht einfach so gestorben." Normalerweise verzeichne das Lager zwischen einem und drei Todesfällen pro Monat – allein in dieser Woche wurden laut Lagerpräsident Dz'djo Ndrutsi Etienne zehn Menschen beigesetzt. Kigonze beherbergt mehr als 15.000 Bewohner und liegt im Epizentrum des aktuellen Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo.

Justin Zanamuzi, Direktor der katholischen Hilfsorganisation Caritas, berichtete, sein Team habe am Mittwoch mehrere in Laken gehüllte Leichen gesehen – darunter eine schwangere Frau und Kinder. Videoaufnahmen vom Donnerstag zeigten Gesundheitsteams in Schutzanzügen, die Leichen desinfizierten und kleine Särge neben einem Kruzifix vorbereiteten. „Unser Team hat versucht, die Menschen davon zu überzeugen, die Untersuchung der Leichen durch Ärzte zuzulassen. Sie haben dies kategorisch abgelehnt", sagte Zanamuzi.

Positive Ebola-Tests bestätigen Verdacht

Lagersprecher Grodya bestätigte, dass Gesundheitsmitarbeiter Proben von fünf Opfern entnommen hätten, von denen einige positiv auf Ebola getestet wurden. Drei weitere Quellen aus Hilfsorganisationen bestätigten am Samstag ebenfalls positive Testergebnisse bei Opfern dieser Woche, ohne jedoch eine genaue Zahl zu nennen. Der Ausbruch im Land wurde von kongolesischen Behörden erstmals am 15. Mai gemeldet, die Todesfälle hatten jedoch bereits Anfang des Monats begonnen.

Der 47-jährige Lagerbewohner Kato Lonu verlor zwei Kinder, darunter ein sechs Monate altes Baby. „Dies sind Bedingungen, unter denen kein Mensch leben sollte. Wenn man sich umschaut, sterben die Menschen einer nach dem anderen", sagte er. Die Todesfälle in Kigonze schüren die Befürchtung, dass Ebola unentdeckt unter den mehr als fünf Millionen Vertriebenen im Osten des Kongos zirkulieren könnte.

Mittelkürzungen verschärfen humanitäre Krise

Die katastrophalen Zustände im Lager werden durch drastische Kürzungen internationaler Hilfsgelder weiter verschärft. Großfamilien teilen sich Plastikzelte, die weniger als einen Meter voneinander entfernt stehen, Kinder laufen barfuß durch schmutzige Gassen. Die vorhandenen Toiletten – teils mit USAID-Aufschrift – reichen bei weitem nicht aus. „Die Latrinen füllen sich sehr schnell, und die Menschen müssen sie selbst mit bloßen Händen leeren", sagte Grodya.

Von den Vereinten Nationen zusammengestellte Daten zeigen, dass sich die Mittel für Toiletten und Handwaschstationen im Kongo zwischen 2024 und 2025 auf rund 38 Millionen US-Dollar mehr als halbiert haben. Der diesjährige Spendenaufruf über 80 Millionen US-Dollar ist lediglich zu 21 Prozent finanziert. Washington war der wichtigste Unterstützer dieser sogenannten WASH-Dienste (Wasser, Hygiene und Sanitärversorgung) und stellte im Jahr 2024 mehr als 60 Millionen US-Dollar bereit.

Vier Hilfsorganisationen – Mercy Corps, der Danish Refugee Council, CARE International und Oxfam – bestätigten, dass ihre US-finanzierten WASH-Projekte für Vertriebene in den drei von Ebola betroffenen Provinzen seit den Kürzungen reduziert oder eingestellt wurden. Mercy Corps etwa baute 2024 noch 82 Zapfstellen und mehr als 400 öffentliche Toiletten für über 125.000 Vertriebene. In diesem Jahr versorgen lediglich sechs Zapfstellen und keine öffentlichen Toiletten weniger als 19.000 Menschen.

Die Trump-Regierung hat die Kürzungen verteidigt und erklärt, sie wolle sich auf „hochpriorisierte, lebensrettende humanitäre Hilfe" konzentrieren. Washington hat mehr als 375 Millionen US-Dollar an direkten Mitteln für die Ebola-Bekämpfung zugesagt. Ebola-Todesfälle wurden bereits in einem weiteren Lager in der Provinz Ituri verzeichnet, auf die mehr als 90 Prozent der fast 900 bestätigten Fälle entfallen.

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