Edelmetalle unter Druck: Gold und Silber brechen nach Rekordfahrt ein
Massive Gewinnmitnahmen belasten Edelmetalle. Gold verliert 4,7%, Silber stürzt um 11% ab.

Die Edelmetallmärkte erleben einen dramatischen Ausverkauf. Gold fiel am Freitag um 4,7% auf 5.143,40 Dollar je Unze, während Silber sogar 11% auf 103,40 Dollar einbüßte. Erst am Donnerstag hatten beide Metalle noch Rekordwerte von 5.594,80 Dollar (Gold) und 121,60 Dollar (Silber) erreicht.
Auslöser der Korrektur war die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, den ehemaligen Fed-Gouverneur Kevin Warsh als neuen Chef der US-Notenbank zu nominieren. Der Dollar-Index festigte sich daraufhin deutlich. "Der Markt hält Kevin Warsh für rational und erwartet, dass er keine aggressiven Zinssenkungen vorantreiben wird", erklärt Tom Price, Analyst bei Panmure Liberum.
Ein stärkerer Dollar verteuert in US-Dollar notierte Metalle für internationale Käufer und dämpft somit die Nachfrage. Diese Dynamik wird besonders von quantitativen Fonds genutzt, die auf Basis numerischer Modelle handeln. Nach den enormen Kursgewinnen im Januar – Gold plus 17%, Silber sogar plus 39% – setzten nun massive Gewinnmitnahmen ein.
Überhitzte Märkte korrigieren
"Sowohl Gold als auch Silber waren reif für eine Korrektur, angesichts der hochspekulativen und unkontrollierten Natur des jüngsten Anstiegs", betont Ole Hansen, Leiter der Rohstoffstrategie bei der Saxo Bank. Die geringe Liquidität der vergangenen Tage hatte zuvor kleine Kapitalflüsse zu überdimensionalen Kursbewegungen verstärkt.
Der unabhängige Analyst Ross Norman bringt es auf den Punkt: "Edelmetalle haben die Schwerkraft entdeckt. Es ist brutal, aber die Spekulanten wurden daran erinnert, dass dies Zwei-Wege-Märkte sind." Auch generalistische Investoren mit Fokus auf Kapitalschutz hätten nun Gewinne mitgenommen.
Industriemetalle unter Druck
Auch Kupfer geriet unter Verkaufsdruck und verlor 1,1% auf 13.465 Dollar pro metrischer Tonne, nachdem es am Donnerstag noch ein Allzeithoch von 14.527,50 Dollar markiert hatte. Im Januar legte das Industriemetall dennoch rund 6% zu, nach einem Plus von 11% im Dezember.
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Zur AktienanalyseVor den Feiertagen zum chinesischen Mondneujahr am 16. Februar rechnen Händler mit weiteren Verlusten bei Kupfer, Aluminium und anderen Industriemetallen. "Chinesische Spekulanten werden keine Positionen in diesen volatilen Märkten halten wollen", sagt Price. China, der weltgrößte Metallverbraucher, stellt für eine Woche den Betrieb ein.
Trotz der aktuellen Korrektur erwarten Analysten weiterhin hohe und volatile Preise. "Die Preise dürften hoch und volatil bleiben, da weiterhin Gelder in diesen relativ kleinen und nun sehr überlaufenen Markt fließen", prognostiziert Alice Fox von Macquarie.


