EGA-Aluminiumhütte Al Taweelah läuft nach Angriff mit 18% Kapazität
Nach einem iranischen Angriff im März produziert die weltgrößte Aluminiumhütte im Nahen Osten nur noch auf minimalem Niveau.

Emirates Global Aluminium (EGA) hat am Mittwoch bekannt gegeben, dass seine Aluminiumhütte Al Taweelah derzeit lediglich mit 18% ihrer Kapazität betrieben wird. Die vollständige Rückkehr zum vorherigen Produktionsniveau wird erst für Anfang 2027 erwartet. Auslöser der Krise war ein iranischer Angriff im März auf das Werk in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE).
Al Taweelah ist die größte Aluminiumhütte im Nahen Osten und verfügt über eine Jahreskapazität von 1,5 Millionen Tonnen. Der Angriff zwang das Unternehmen zu einer Notabschaltung und trieb die Aluminiumpreise in der Folge in die Nähe von Vierjahreshochs – ein deutliches Signal dafür, welche Bedeutung das Werk für den globalen Aluminiummarkt hat.
„Das erste Halbjahr 2026 war die herausforderndste Phase in der langen Geschichte von EGA", sagte CEO Abdulnasser Bin Kalban. Der Angriff belastete das Ergebnis des Unternehmens im ersten Halbjahr mit 84 Millionen Dirham, umgerechnet rund 23 Millionen US-Dollar.
Wiederanlauf und Investitionen
Einen ersten Schritt zur Normalisierung machte EGA am 26. Mai, als die erste Elektrolysezelle wieder in Betrieb genommen wurde. „Es wird erwartet, dass die Flüssigmetallproduktion im ersten Quartal 2027 wieder das Niveau von vor dem Vorfall erreicht", erklärte das Unternehmen in einer Mitteilung zu den Geschäftszahlen. EGA arbeite zudem daran, diesen Zeitplan wenn möglich zu beschleunigen.
Die für die vollständige Wiederherstellung der Produktion erforderlichen Investitionsausgaben beziffert das Unternehmen auf rund 400 Millionen US-Dollar. Das ist eine erhebliche finanzielle Belastung, die jedoch angesichts der strategischen Bedeutung der Anlage als notwendig erachtet wird.
Logistische Herausforderungen durch gesperrte Straße von Hormus
Ein weiteres zentrales Thema ist die Sperrung der Straße von Hormus, die für den Export von Metall aus der Golfregion sowie den Import von Rohstoffen von entscheidender Bedeutung ist. CEO Bin Kalban und CFO Pal Kildemo lehnten es in einem Interview mit Reuters ab, konkrete Angaben zu den genutzten Alternativrouten zu machen.
CFO Kildemo bezeichnete die Nutzung alternativer Routen als „massive logistische Operation". Die dadurch entstehenden Mehrkosten würden jedoch durch höhere Prämien mehr als gedeckt. Bereits vor dem Angriff auf Al Taweelah sei EGA in der Lage gewesen, 100% der eingehenden Materialien über andere Kanäle zu beziehen, betonte er.
„Selbst wenn die Meerenge nächste Woche, nächsten Monat oder darüber hinaus nicht geöffnet wird, sind wir nun so aufgestellt, dass wir in allen Szenarien versorgt werden können", sagte Kildemo. Dennoch müsse EGA seine Exportoptionen weiter stärken, falls die Straße von Hormus dauerhaft geschlossen bleibe.
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Zur AktienanalyseNeues Hüttenprojekt in den USA
Parallel zur Krisenbewältigung treibt EGA auch sein Wachstum voran. Gemeinsam mit dem US-Unternehmen Century Aluminum baut EGA eine neue Aluminiumhütte in den Vereinigten Staaten. Für das Projekt muss jedoch noch ein entscheidender langfristiger Stromliefervertrag gesichert werden.
„Die Verhandlungen werden Zeit in Anspruch nehmen, aber wir machen sehr gute Fortschritte und hoffen auf einen baldigen Abschluss", sagte CEO Bin Kalban. Das Projekt unterstreicht den strategischen Expansionskurs von EGA trotz der aktuellen operativen Belastungen durch den Angriff auf Al Taweelah.


