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Eisenerzproduzenten bitten Canberra um Hilfe gegen Chinas Preisdruck

BHP, Rio Tinto und Fortescue suchen staatliche Unterstützung gegen aggressive Einkaufstaktiken des chinesischen Staatskäufers CMRG.

Eisenerzproduzenten bitten Canberra um Hilfe gegen Chinas Preisdruck

Australiens führende Bergbaukonzerne haben die Regierung in Canberra um Unterstützung gebeten, um dem wachsenden Preisdruck Chinas auf dem Eisenerzmarkt standzuhalten. Dies bestätigte ein hochrangiger Regierungsbeamter vor einem Senatsausschuss. Im Mittelpunkt steht die China Mineral Resources Group (CMRG), Chinas staatlicher Eisenerzeinkäufer, der zunehmend aggressive Verhandlungstaktiken einsetzt.

Die CMRG versucht, bessere Konditionen für chinesische Stahlwerke durchzusetzen und ihren Einfluss auf den 132 Milliarden US-Dollar schweren Seehandelsmarkt für Eisenerz auszubauen. Konkret setzte die CMRG Teile des Eisenerzes von BHP während langwieriger Vertragsverhandlungen für sieben Monate auf eine schwarze Liste. Zudem wies sie einige Stahlproduzenten an, keine Gespräche mit Fortescue über ein neues Eisenerzprodukt zu führen.

Australiens strategische Abhängigkeit vom Eisenerzexport

Australien ist mit einem Marktanteil von mehr als 50 Prozent der größte Eisenerzlieferant Chinas. Das macht den Rohstoff zum lukrativsten Exportgut des Landes. Laut Regierungsschätzungen werden im laufenden Geschäftsjahr Einnahmen von 114 Milliarden Australischen Dollar – umgerechnet rund 81 Milliarden US-Dollar – erwartet.

Steven Yates, stellvertretender Sekretär im australischen Ministerium für auswärtige Angelegenheiten und Handel, bestätigte vor dem Senatsausschuss den Kontakt mit den Bergbauunternehmen. „Ja, ich kann bestätigen, dass wir mit diesen Bergbauunternehmen im Austausch standen, und im Zuge dieser Gespräche gab es Vorschläge, wie wir dieses Thema vorantreiben könnten", sagte Yates. Weitere Einzelheiten nannte er unter Verweis auf die Vertraulichkeit von Geschäftsinformationen nicht.

Yates betonte jedoch die grundsätzliche Ausrichtung der Regierung: „Wir stehen in sehr regelmäßigem Kontakt mit den australischen Bergbauunternehmen, und ich versuche, sie bestmöglich zu unterstützen, um sicherzustellen, dass sie ihr Eisenerz weiterhin exportieren und den bestmöglichen Preis erzielen können."

Idee einer zentralen Verkaufsstelle gewinnt an Fahrt

In Branchenkreisen wird diskutiert, ob Australien eine koordinierte Exportstrategie benötigt, um dem chinesischen Staatskäufer als geeinte Front gegenüberzutreten. Der stellvertretende Sekretär George Mina räumte ein, dass frühere Koordinierungsversuche im Agrarsektor bei Handelspartnern schlecht angekommen seien. Dieser Fall liege jedoch anders, da „bereits ein etablierter Einzelkäufer existiert". „Es stellen sich also eindeutig diese Fragen für eine langfristige Strategie", so Mina.

Ein Investor erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, eine Führungskraft eines führenden Eisenerzproduzenten habe die Regierung auf das Problem aufmerksam gemacht. Er gab jedoch zu bedenken, dass Canberra derzeit bemüht sei, seine Beziehungen zu China zu reparieren, und diesen Konflikt daher möglicherweise nicht zum jetzigen Zeitpunkt austragen wolle.

BHP einigte sich im April mit der CMRG auf einen neuen Vertrag, der unter anderem die Zustimmung zu Verkäufen auf Yuan-Basis beinhaltete. China befindet sich derzeit in Verhandlungen mit Fortescue und wird im weiteren Jahresverlauf auch in die jährlichen Vertragsgespräche mit Rio Tinto eintreten. BHP, Rio Tinto, Fortescue und Hancock lehnten eine Stellungnahme zu dem Thema ab.

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