El Al kauft bis zu 12 Boeing 787 für 1,5 Milliarden Dollar
Israels Nationalfluggesellschaft nutzt ihre marktbeherrschende Stellung während der laufenden Konflikte und erweitert massiv ihre Dreamliner-Flotte.

El Al Israel Airlines hat am Donnerstag den Kauf von bis zu 12 weiteren Boeing 787 Dreamlinern bekannt gegeben. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf 1,5 Milliarden US-Dollar. Die israelische Fluggesellschaft profitiert dabei von ihrer nahezu monopolartigen Stellung auf Routen von und nach Israel, die sie infolge der Konflikte im Gazastreifen und mit dem Iran ausgebaut hat.
Im Rahmen einer geänderten Vereinbarung mit dem US-Flugzeugbauer Boeing übt El Al zunächst eine Option auf sechs weitere 787-9 Dreamliner aus. Zusätzlich wird eine bestehende Option für vier Maschinen in das fortschrittlichere und effizientere Modell 787-10 umgewandelt. Diese Flugzeuge sollen zwischen 2030 und 2032 ausgeliefert werden.
Darüber hinaus erhält El Al Optionen auf bis zu sechs weitere 787-Maschinen, die auf lukrativen Strecken in die USA und nach Asien eingesetzt werden sollen. Die Auslieferung dieser Flugzeuge ist für den Zeitraum zwischen 2033 und 2035 geplant. Zur Finanzierung will das Unternehmen zeitnah zu den jeweiligen Auslieferungsterminen entsprechende Optionen prüfen.
Strategische Flottenmodernisierung
CEO Levy Halevy betonte die strategische Bedeutung des Deals: „Die Erweiterung der 787-Flotte ermöglicht es uns, die Kapazität zu erhöhen und die Effizienz zu steigern. Dies ist ein entscheidender Schritt in unserer Strategie, eine moderne, profitable und marktführende Fluggesellschaft aufzubauen."
El Al betreibt derzeit 17 Maschinen des Typs 787. Mit den neuen Bestellungen plant das Unternehmen, bis zum Ende des Jahrzehnts eine Flotte von 28 Dreamlinern zu erreichen und langfristig auf bis zu 34 Maschinen zu wachsen. Hintergrund der Modernisierungsstrategie ist, dass El Al durch den jahrelangen Einsatz älterer Modelle wie der 767, 747 und 777 Marktanteile an ausländische Konkurrenten verloren hatte, die modernere Flugzeuge einsetzten.
Die Fluggesellschaft unterhält seit ihrer Gründung im Jahr 1948 eine reine Boeing-Flotte – ein Ergebnis der engen Beziehungen Israels zu den Vereinigten Staaten. Bereits 2016 unterzeichnete El Al einen Vertrag mit Boeing über 1,25 Milliarden Dollar für zunächst 15 Maschinen des Typs 787. Im Jahr 2024 folgten der Kauf von drei 787-9 mit Option auf sechs weitere sowie ein Vertrag über bis zu 30 Kurzstreckenflugzeuge des Typs 737 MAX im Wert von bis zu 2,5 Milliarden Dollar.
Monopolstellung durch Kriegskontext
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseMark Feldman, CEO von Ziontours, sieht in der Entscheidung für eine rein amerikanische Flotte auch ein politisches Signal: „Die Entscheidung für eine rein amerikanische Flotte ist ein starkes Signal an die Trump-Administration." Da ausländische Fluggesellschaften ihre Flüge während eines Großteils des zweijährigen Gaza-Konflikts und erneut seit Beginn des Krieges mit dem Iran eingestellt haben, konnte El Al ihre Marktposition erheblich festigen.
Die Fluggesellschaft hält damit nun ein Beinahe-Monopol auf den Routen von und nach Israel. Passagiere, die sich nicht auf ausländische Alternativen verlassen können, zeigten sich zwar erleichtert über den fortgesetzten Flugbetrieb, äußerten jedoch Unmut über die hohen Ticketpreise. Feldman warnte zugleich, dass ausländische Fluggesellschaften schließlich zurückkehren würden und El Al daher die nordamerikanischen und asiatischen Routen ausbauen müsse, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Finanziell steht El Al derzeit stark da: Das Unternehmen erzielte im Jahr 2025 einen Nettogewinn von 410 Millionen Dollar, nach 545 Millionen Dollar im Jahr 2024 und 117 Millionen Dollar im Jahr 2023. Trotz der positiven Geschäftsentwicklung reagierte die Börse verhalten – die El-Al-Aktie notierte im Nachmittagshandel in Tel Aviv mit einem Minus von 1,9 Prozent.


