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Eli Lilly auf Einkaufstour: Chef-Stratege kündigt weitere Übernahmen an

Eli Lillys Leiter der Geschäftsentwicklung signalisiert: Akquisitionen in neuen Bereichen werden häufiger – gestützt durch GLP-1-Milliardengewinne.

Eli Lilly auf Einkaufstour: Chef-Stratege kündigt weitere Übernahmen an

Eli Lilly, mittlerweile das größte Pharmaunternehmen der Welt mit einer Marktkapitalisierung von rund 1 Billion US-Dollar, befindet sich auf einer beispiellosen Übernahme-Offensive. Noch vor Mitte des Jahres 2026 hat der US-Konzern bereits angekündigt, mehr als 10 Milliarden US-Dollar vorab und potenziell bis zu 25 Milliarden US-Dollar für insgesamt acht Akquisitionen auszugeben. Zum Vergleich: Im gesamten vergangenen Jahr gab Lilly lediglich rund 4 Milliarden US-Dollar für etwa 40 Transaktionen aus.

Den Takt dieser Strategie gibt Jacob Van Naarden vor, der neben seiner Rolle als Leiter des Onkologie-Geschäfts seit Anfang dieses Jahres auch die Geschäftsentwicklung des Konzerns verantwortet. Lilly-CEO Dave Ricks hatte ihn im vergangenen Herbst gebeten, diese zusätzliche Aufgabe zu übernehmen – mit dem klaren Ziel, die Kompetenzen bei Geschäftsabschlüssen zu schärfen und den Fokus über frühe, risikoreiche Investitionen hinaus zu erweitern.

Milliardenschwere Deals in neuen Therapiefeldern

Die jüngste Transaktion unterstreicht die neue Stoßrichtung: Am Mittwoch gab Lilly eine Partnerschaft mit dem RNA-Editing-Unternehmen Ascidian Therapeutics bekannt, die einen Wert von bis zu 1,9 Milliarden US-Dollar erreichen kann. Ziel ist die gemeinsame Entwicklung von Medikamenten gegen Nierenerkrankungen – ein Bereich, der bislang nicht zu Lillys Kernkompetenzen zählte.

Besonders ins Auge sticht die geplante Übernahme von Centessa Pharmaceuticals, die im März angekündigt wurde. Das Volumen könnte bis zu 7,8 Milliarden US-Dollar erreichen, sofern das Unternehmen bestimmte Meilensteine für seine experimentellen Medikamente gegen Schlafstörungen wie Narkolepsie erfüllt. Dies wäre die zweitgrößte Transaktion in der Geschichte von Lilly – nach der 8 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme von Loxo Oncology im Jahr 2019. Van Naarden war damals Chief Operating Officer bei Loxo.

GLP-1-Gewinne als Treibstoff für die Expansion

Die aggressive Einkaufsstrategie ist kein Zufall, sondern das direkte Ergebnis des enormen finanziellen Erfolgs von Lillys GLP-1-Medikamenten Mounjaro und Zepbound. Die unerwarteten Gewinne aus diesen Präparaten ermöglichen es dem Konzern, nun gezielt experimentelle Medikamente mit höherer Erfolgswahrscheinlichkeit zu erwerben – was entsprechend höhere Preise nach sich zieht. Lillys Marktkapitalisierung ist von 190 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 auf heute rund 1 Billion US-Dollar gestiegen. Damit ist Lilly das erste Gesundheitsunternehmen überhaupt, das dem sogenannten Billionen-Dollar-Club beigetreten ist, der ansonsten von Technologiekonzernen dominiert wird.

Van Naarden betont, dass er keine willkürlichen Ausgabengrenzen festlegen möchte. Entscheidend sei vielmehr, wie überzeugend die wissenschaftliche Grundlage und wie groß die Chance für Patienten und für Lilly sei. Diese Haltung lässt Spielraum für noch größere Deals in der Zukunft.

Einige der in diesem Jahr angekündigten Transaktionen fallen unter Lillys bestehende Fachgebiete Onkologie, Neurowissenschaften, kardiometabolische Gesundheit und Immunologie. Andere hingegen – darunter die kürzlich angekündigten Übernahmen von drei Impfstoffherstellern – werden den Konzern in völlig neue Geschäftsfelder führen. Für Anleger bedeutet dies: Weitere Übernahmen, auch in unerwarteten Bereichen, sollten nicht überraschen.

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