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Eli Lilly erzielt Studienerfolg mit Retatrutid

Neuer Wirkstoff übertrifft bestehende Abnehmmedikamente deutlich

Eli Lilly erzielt Studienerfolg mit Retatrutid

Der US-Pharmakonzern Eli Lilly wird am kommenden Montag neue Details zu einem bedeutenden Studienerfolg mit einem neuartigen Medikament zur Behandlung von Fettleibigkeit in den Fokus der Märkte rücken. In einer entscheidenden klinischen Phase-3-Studie mit fettleibigen oder übergewichtigen Patienten, die zusätzlich an Kniearthrose litten, hat der Wirkstoff Retatrutid überzeugende Ergebnisse erzielt. Nach einer Behandlungsdauer von 68 Wochen lag der durchschnittliche Gewichtsverlust bei 28,7 Prozent. Damit übertraf Retatrutid die Wirksamkeit des bisherigen Blockbuster-Medikaments Zepbound aus demselben Unternehmen.

Neben der deutlichen Gewichtsreduktion zeigte die Studie auch positive Effekte auf die Gelenkgesundheit der Teilnehmer. Die gemessenen Knieschmerzen gingen im Studienverlauf um bis zu 75,8 Prozent zurück. Rund jeder achte behandelte Patient berichtete am Ende der Studie von einer vollständigen Schmerzfreiheit im Knie. Diese Ergebnisse unterstreichen den potenziellen Zusatznutzen des Medikaments bei Patienten, die neben Übergewicht auch unter orthopädischen Beschwerden leiden.

Retatrutid unterscheidet sich in seinem Wirkmechanismus von bisherigen Präparaten zur Gewichtsreduktion. Der Wirkstoff aktiviert gleichzeitig drei Hormonrezeptoren: GLP-1, GIP und Glucagon. Aufgrund dieses Ansatzes wird er als sogenannter „Triple-G“-Agonist bezeichnet. Das bereits vermarktete Mittel Zepbound basiert hingegen auf dem Wirkstoff Tirzepatid, der nur zwei dieser Rezeptoren anspricht. Das Konkurrenzprodukt Wegovy des dänischen Pharmakonzerns Novo Nordisk nutzt mit Semaglutid lediglich einen einzelnen Rezeptor.

Die Veröffentlichung der Studienergebnisse hatte bereits im Vorfeld Auswirkungen auf den Kapitalmarkt. Die Aktie von Eli Lilly, die im Vormonat als erster Pharmakonzern eine Marktbewertung von einer Billion US-Dollar erreicht hatte, reagierte im vorbörslichen Handel an der Wall Street mit deutlichen Kursgewinnen. Damit spiegelte der Markt die hohen Erwartungen wider, die mit dem neuen Wirkstoff verbunden sind.

Auch die Konkurrenz arbeitet an vergleichbaren Ansätzen. Novo Nordisk entwickelt mit UBT251 ebenfalls einen „Triple-G“-Kandidaten. Die weltweiten Rechte an diesem Wirkstoff hatte sich das Unternehmen im Rahmen einer Lizenzvereinbarung von dem chinesischen Konzern United Laboratories International gesichert. Die Nebenwirkungen von Retatrutid entsprachen laut Studiendaten dem bekannten Profil anderer Medikamente zur Gewichtsreduktion. Weitere Ergebnisse aus insgesamt sieben fortgeschrittenen Studien zu dem Wirkstoff werden im Laufe des Jahres 2026 erwartet.

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