Eli Lilly kauft KI-Medikamente von Insilico für 2,75 Milliarden Dollar
Der US-Pharmariese sichert sich weltweite Vermarktungsrechte für KI-entwickelte Wirkstoffe des Hongkonger Biotechunternehmens Insilico Medicine.

Eli Lilly hat eine Kooperationsvereinbarung mit dem KI-Pharmaunternehmen Insilico Medicine abgeschlossen, die ein Gesamtvolumen von 2,75 Milliarden US-Dollar umfasst. Damit sichert sich der US-Konzern die weltweiten Vermarktungsrechte für Medikamente, die Insilico mithilfe generativer künstlicher Intelligenz entwickelt hat. Die Vereinbarung wurde am Montag von beiden Unternehmen offiziell bekannt gegeben.
Insilico erhält zunächst eine Vorabzahlung von 115 Millionen Dollar. Die verbleibenden rund 2,64 Milliarden Dollar sind an regulatorische und kommerzielle Meilensteine sowie an Lizenzgebühren auf künftige Verkäufe geknüpft. Solche sogenannten Milestone-Zahlungen sind in der Pharmaindustrie üblich und mindern das finanzielle Risiko für den Käufer.
Insilico-Gründer und CEO Alex Zhavoronkov erklärte gegenüber CNBC, dass sein Unternehmen bislang mindestens 28 Medikamente mithilfe von KI-Tools entwickelt habe. Nahezu die Hälfte dieser Wirkstoffe befinde sich bereits in der klinischen Entwicklungsphase – ein für ein so junges Unternehmen bemerkenswertes Tempo.
KI beschleunigt die Arzneimittelentwicklung erheblich
Der entscheidende Vorteil der KI-gestützten Forschung liegt in der Geschwindigkeit: Laut Zhavoronkov kann die Technologie Moleküle deutlich schneller synthetisieren als herkömmliche Methoden und verkürzt damit die Forschungszeit erheblich. Insilico entwickelt seine KI-Systeme außerhalb Chinas, in Kanada und im Nahen Osten. Die frühe präklinische Arzneimittelentwicklung auf Basis dieser Forschung findet jedoch in China statt.
Die Zusammenarbeit zwischen beiden Unternehmen ist nicht neu: Bereits 2023 schlossen Eli Lilly und Insilico eine Lizenzvereinbarung für KI-basierte Software ab. Der jetzt vereinbarte Deal stellt eine deutliche Ausweitung dieser Partnerschaft dar.
Eli Lilly setzt verstärkt auf China-Geschäft
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Zur AktienanalyseDer Deal fällt in eine Phase, in der Eli Lilly sein Engagement in China deutlich ausbaut. Konzernchef David A. Ricks nahm Anfang März an einem hochrangigen Wirtschaftsforum in Peking teil. Kurz zuvor hatte Lilly angekündigt, über das kommende Jahrzehnt rund 3 Milliarden Dollar in China zu investieren. Derzeit stammen knapp 3 Prozent des Konzernumsatzes aus dem chinesischen Markt.
Insilico Medicine ging im Dezember 2024 an der Hongkonger Börse an den Markt. Die Aktie des Unternehmens legte seit Jahresbeginn um mehr als 50 Prozent zu – ein Zeichen dafür, dass Investoren dem KI-gestützten Ansatz in der Pharmaindustrie großes Potenzial beimessen.


