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Eli Lilly nutzt GLP-1-Erfolg für milliardenschwere Akquisitionsstrategie

Der Pharmariese setzt seinen GLP-1-Boom gezielt ein, um durch massive Übernahmen neue Wachstumsfelder zu erschließen.

Eli Lilly nutzt GLP-1-Erfolg für milliardenschwere Akquisitionsstrategie

Eli Lilly gehört derzeit zu den dynamischsten Unternehmen der globalen Pharmaindustrie. Die GLP-1-Präparate Mounjaro und Zepbound haben den US-Konzern an die Spitze eines der heißesten Marktsegmente katapultiert – und das Management macht keinen Hehl daraus, wie es diesen Erfolg nutzen will: für eine aggressive Übernahmestrategie.

Die Zahlen sprechen für sich: Im ersten Quartal 2026 stiegen die Umsätze von Mounjaro um 125 Prozent, jene von Zepbound um 80 Prozent. Zusammen machten die beiden Medikamente fast zwei Drittel des Gesamtumsatzes des Pharmakonzerns aus. Damit hat Eli Lilly den einstigen GLP-1-Pionier Novo Nordisk als Marktführer in diesem Segment abgelöst.

Abhängigkeit als Risiko – Eli Lilly handelt vorausschauend

Doch das Unternehmen erkennt die Kehrseite dieses Booms. Die enorme Konzentration auf zwei Produkte schafft ein erhebliches Ungleichgewicht im Portfolio. Patentschutz ist zeitlich begrenzt, und ein attraktiveres Konkurrenzprodukt könnte den Erfolg früher als erwartet beenden. So hat Novo Nordisk jüngst eine Wegovy-Pille eingeführt – ein Format, das Verbraucher gegenüber Injektionen generell bevorzugen. Eli Lilly hat zwar ebenfalls eine GLP-1-Pille auf den Markt gebracht, diese weist jedoch eine andere Formulierung auf und scheint weniger wirksam zu sein als das Präparat des dänischen Konkurrenten.

Vor diesem Hintergrund setzt Eli Lilly auf eine breit angelegte Akquisitionsstrategie. Jacob Van Naarden, der bei Eli Lilly für die Identifizierung von Übernahmezielen zuständige Manager, sprach gegenüber CNBC von einer „Generationenchance", das Unternehmen „über Jahrzehnte hinweg wachsen zu lassen". Diese Chance sei durch den GLP-1-Erfolg getrieben – und zeitlich begrenzt.

Von 4 Milliarden auf 25 Milliarden Dollar – die Deals werden größer

Die Dimension der Übernahmeaktivitäten hat sich im Jahr 2026 deutlich verändert. Im Jahr 2025 tätigte Eli Lilly rund 40 Akquisitionen mit einem Gesamtwert von etwa 4 Milliarden US-Dollar. Im laufenden Jahr 2026 wurden bislang Verträge mit acht Unternehmen unterzeichnet, deren Vorabkosten bereits 10 Milliarden US-Dollar betragen. Unter Berücksichtigung von Earn-out-Klauseln könnte dieser Betrag auf bis zu 25 Milliarden US-Dollar ansteigen.

Ein konkretes Beispiel für die neue Strategie: Kürzlich gab Eli Lilly drei Akquisitionen gleichzeitig bekannt, um in den Bereich der Infektionskrankheiten einzusteigen. Die drei Impfstoffhersteller könnten zusammen bis zu 3,8 Milliarden US-Dollar kosten – abhängig von den jeweiligen Earn-out-Bedingungen.

Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung bei Eli Lilly ein lehrreiches Beispiel dafür, wie ein Pharmaunternehmen einen temporären Marktvorteil strategisch nutzt, um sich langfristig breiter aufzustellen. Die Frage bleibt, ob die Übernahmen die richtige Pipeline für die Zeit nach dem GLP-1-Boom aufbauen – oder ob das Unternehmen zu viel auf einmal stemmt. Die Akquisitionsaktivitäten lassen sich laut Unternehmensangaben nicht vorhersagen, doch die Richtung ist klar: Eli Lilly investiert den Geldsegen aus Mounjaro und Zepbound konsequent in die Zukunft.

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