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Eliyan sammelt 145 Millionen Dollar bei Milliardenbewertung ein

Das KI-Chip-Startup Eliyan erreicht Einhorn-Status und will den kritischen Datenstau in modernen KI-Rechenzentren lösen.

Eliyan sammelt 145 Millionen Dollar bei Milliardenbewertung ein

Das Startup Eliyan aus Santa Clara, Kalifornien, hat in einer Series-C-Finanzierungsrunde 145 Millionen US-Dollar eingesammelt. Das Unternehmen wird dabei mit einer Milliarde US-Dollar bewertet und gehört damit zur exklusiven Gruppe der sogenannten „Einhörner" – privat gehaltene Startups mit einer Bewertung von mindestens einer Milliarde Dollar. Die Finanzierungsrunde wurde von Seligman Ventures angeführt.

Zu den Investoren zählen namhafte Technologieunternehmen: Cisco Systems und Lumentum beteiligten sich ebenso wie ein früherer Investor des Netzwerkpioniers Mellanox – jenem Unternehmen, das Nvidia im Jahr 2019 für 6,8 Milliarden US-Dollar übernommen hatte. Im Zuge der Finanzierung wird Umesh Padval, Managing Partner bei Seligman Ventures und ehemaliges Vorstandsmitglied von Mellanox, einen Sitz im Board von Eliyan übernehmen.

Das Problem: KI-Chips laufen größtenteils im Leerlauf

Eliyan adressiert ein fundamentales Problem, das die gesamte KI-Chip-Industrie betrifft. Moderne KI-Prozessoren können Daten weitaus schneller verarbeiten, als sie diese empfangen oder senden können. Das Ergebnis: Teure Chips verharren im Leerlauf und werden nicht ausgelastet. „Heute sind wir an einem Punkt, an dem vielleicht nur 30 bis 40 Prozent der GPUs genutzt werden, was hauptsächlich darauf zurückzuführen ist, wie schnell sie Daten zur Verarbeitung empfangen können", erklärte Ramin Farjadrad, CEO und Mitbegründer von Eliyan, in einem Interview mit Reuters. „Wir lösen dieses Problem."

Dieses Konnektivitätsproblem ist in der Branche längst bekannt. Nvidia hat es teilweise durch die milliardenschwere Übernahme von Mellanox gelöst. Große Technologiekonzerne wie Googles Muttergesellschaft Alphabet oder der Cloud-Arm von Amazon setzen hingegen auf Kooperationen mit Unternehmen wie Broadcom und Marvell Technology, um Zugang zu deren Netzwerktechnologien zu erhalten.

Eliyan verfolgt einen anderen Ansatz: Das Unternehmen will eine herstellerunabhängige Lösung anbieten. Dazu lizenziert es einerseits seine Technologie und stellt andererseits sogenannte „Chiplets" bereit – spezialisierte Chip-Komponenten, die Unternehmen direkt in ihre eigenen Prozessor-Designs integrieren können. Dieser Ansatz richtet sich gezielt an die wachsende Zahl von Firmen, die eigene maßgeschneiderte KI-Rechenchips entwickeln, um mit den Grafikprozessoren von Nvidia und Advanced Micro Devices zu konkurrieren.

Erste Auslieferungen noch in diesem Jahr geplant

Patrick Soheili, Chief Strategy and Business Officer von Eliyan, gab konkrete Ausblicke auf die kommende Geschäftsentwicklung. Noch im laufenden Jahr rechnet das Unternehmen mit den ersten Auslieferungen seiner Chiplets. Für das Jahr 2025 erwartet Eliyan einen Umsatz im „niedrigen einstelligen Millionenbereich" in US-Dollar. Bis Ende 2027 prognostiziert Soheili Umsätze in dreistelliger Millionenhöhe – ein ambitioniertes Wachstumsziel, das die hohen Erwartungen der Investoren widerspiegelt.

Für deutsche Anleger und Technologiebeobachter ist der Fall Eliyan ein weiteres Zeichen dafür, wie stark der Wettbewerb im KI-Chip-Segment zunimmt. Die Abhängigkeit von Nvidia-Prozessoren treibt immer mehr Unternehmen dazu, eigene Chip-Lösungen zu entwickeln – und schafft damit einen wachsenden Markt für Zulieferer und Spezialisten wie Eliyan, die kritische Infrastrukturprobleme in der KI-Wertschöpfungskette lösen.

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