Elliott fordert Board-Umbau bei australischem Goldproduzenten Northern Star
Aktivist Elliott Investment Management erhöht den Druck auf Northern Star Resources und verlangt strategische Überprüfung sowie neue Führung.

Der aktivistische Investor Elliott Investment Management hat den australischen Goldproduzenten Northern Star Resources öffentlich unter Druck gesetzt. Elliott fordert eine umgehende Neubesetzung des Verwaltungsrats sowie eine formelle strategische Überprüfung, um den Shareholder Value wiederherzustellen. Als Begründung verweist der Investor auf eine massive Underperformance des Unternehmens.
Elliott war erst in der vergangenen Woche mit einer Beteiligung von mehr als einem australischen Dollar öffentlich bei Northern Star in Erscheinung getreten. Der Investor kritisiert dabei wiederholte „operative Fehlgriffe" des Unternehmens. Konkret nennt Elliott sieben verfehlte Prognosen innerhalb von vier Jahren sowie einen Aktienkurs, der deutlich hinter dem der Wettbewerber zurückgeblieben ist.
Elliott mit Erfahrung in australischen Bergbaukämpfen
Elliott ist kein Unbekannter in der australischen Bergbaubranche. Es war derselbe Investor, der den Rohstoffriesen BHP nach einer fünfjährigen Kampagne erfolgreich dazu drängte, seine Doppelnotierung aufzugeben. Diese Vorgeschichte verleiht dem aktuellen Vorstoß bei Northern Star erhebliches Gewicht.
Northern Star ist mit einer Bewertung von 19 Milliarden australischen Dollar der größte Goldproduzent Australiens. Das Unternehmen befand sich zum Zeitpunkt des Elliott-Vorstoßes bereits in einem Übergangsprozess: Es sucht einen neuen CEO und plant gleichzeitig die Nachfolge für den Vorsitz des Verwaltungsrats. Elliott nutzt diesen Moment der Unsicherheit gezielt, um seine Forderungen zu platzieren.
Northern Star zeigt sich gesprächsbereit
Das Unternehmen reagierte auf den Druck des aktivistischen Investors mit einem Brief an seine Aktionäre. Darin signalisierte Northern Star grundsätzliche Gesprächsbereitschaft und erklärte, man sei bereit, mit Elliott zusammenzuarbeiten. Zudem zeigte sich das Unternehmen offen dafür, einen von Elliott vorgeschlagenen Kandidaten für den Verwaltungsrat in Betracht zu ziehen.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Anleger ist der Fall Northern Star ein anschauliches Beispiel dafür, wie aktivistische Investoren weltweit Druck auf Unternehmen ausüben, die aus ihrer Sicht hinter ihrem Potenzial zurückbleiben. Elliott Investment Management gilt als einer der aggressivsten und erfahrensten aktivistischen Investoren der Welt. Die Kombination aus laufendem Führungswechsel, verfehlten Prognosen und einem schwachen Aktienkurs bietet Elliott eine günstige Ausgangslage für seine Forderungen.
Ob Northern Star den Forderungen von Elliott vollständig nachkommen wird, bleibt abzuwarten. Die signalisierte Kooperationsbereitschaft des Unternehmens deutet jedoch darauf hin, dass zumindest ein Teil der geforderten Veränderungen im Verwaltungsrat umgesetzt werden könnte. Der Goldsektor steht angesichts hoher Goldpreise ohnehin unter besonderer Beobachtung von Investoren weltweit.


