ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Elliott Investment Management setzt LSEG unter Druck – BASF verlagert Jobs nach Indien

Aktivist fordert höhere Aktienrückkäufe bei London Stock Exchange Group, während Chemiekonzern Servicebereich massiv umstrukturiert

Elliott Investment Management setzt LSEG unter Druck – BASF verlagert Jobs nach Indien

Der aktivistische Investor Elliott Investment Management hat einen bedeutenden Anteil an der London Stock Exchange Group (LSEG) erworben und will das Management zu Maßnahmen zur Steigerung der Aktionärsrendite drängen. Nach Informationen aus Finanzkreisen fordert Elliott verstärkte Aktienrückkäufe und Maßnahmen zur Verbesserung der Gewinnmargen. Die LSEG-Aktie hatte im vergangenen Jahr 35 Prozent an Wert verloren, da Investoren befürchten, dass KI-Tools die Nachfrage nach Finanzdaten- und Analysedienstleistungen langfristig reduzieren könnten.

Interessanterweise verfolgt Elliott einen ungewöhnlichen Ansatz: Anders als bei vielen Aktivisten-Kampagnen steht keine Aufspaltung des Konzerns im Fokus, sondern die Optimierung von Kapitalrendite und Margen. Dies geschieht, obwohl LSEG erst kürzlich ein Aktienrückkaufprogramm über eine Milliarde Pfund abgeschlossen hatte. Der Konzern, der mit S&P Global und Intercontinental Exchange konkurriert, erklärte, man pflege einen "aktiven und offenen Dialog" mit Investoren und konzentriere sich auf die Umsetzung der Strategie. Elliott hatte zuvor bereits beim britischen Energiekonzern BP Druck ausgeübt.

BASF streicht tausende Stellen in Berlin

Der Chemiekonzern BASF plant eine tiefgreifende Umstrukturierung seiner Global Business Services (GBS), die Finanz-, Logistik-, Personal- und Qualitätssicherungsfunktionen umfassen. Die Dienste sollen in einem neuen globalen Hub in Indien gebündelt werden, um langfristige Kosteneffizienz und Widerstandsfähigkeit zu sichern. Besonders betroffen ist der Standort Berlin mit aktuell 2.800 Mitarbeitern.

Das Berliner GBS-Center, das Dienstleistungen für die europäische Region erbringt, steht vor einer ungewissen Zukunft. BASF betonte zwar, die Pläne befänden sich in einem sehr frühen Stadium und die genaue Zahl der Stellenstreichungen sowie der exakte Standort des indischen Hubs stünden noch nicht fest. Die Chemiegewerkschaft IGBCE reagierte dennoch scharf: Vorsitzender Michael Vassiliadis kritisierte das Ende eines Modellprojekts, das vor zwei Jahrzehnten unter speziellen Tarifvereinbarungen tausende Arbeitsplätze in der Hauptstadt geschaffen hatte. Die Berliner Beschäftigten hatten damals niedrigere Löhne und längere Arbeitszeiten als Kollegen in traditionellen Chemieanlagen akzeptiert.

BASF bestätigte, dass regionale Zentren in reduziertem Umfang für Aufgaben mit lokaler Nähe erhalten bleiben, teilweise aus rechtlichen Gründen. Das übergeordnete Ziel sei jedoch eine globale Reduzierung der GBS-Belegschaft. Der Konzern plane den Dialog mit der IGBCE zur Findung ausgewogener Lösungen. Der bestehende Tarifvertrag für BASF Services Europe bleibe vorerst gültig. Die Umstrukturierung folgt einer separaten Ankündigung, die internen IT-Funktionen bis 2030 in Hyderabad, Indien, zu konsolidieren.

Debatte um Verkauf deutscher Goldreserven

In der Finanzpolitik flammt erneut die Diskussion über einen möglichen Verkauf deutscher Goldreserven auf. Mit rund 3.350 Tonnen verfügt Deutschland über einen der weltweit größten Goldbestände. Ein Verkauf zur Schuldenreduzierung oder Investitionsfinanzierung erscheint auf den ersten Blick attraktiv, birgt jedoch erhebliche Risiken.

Ökonomen warnen vor massivem Preisdruck auf den globalen Goldmarkt durch solche Großverkäufe. Zentralbanken vermeiden historisch Aktionen, die Märkte durch Angebotsschwemmen destabilisieren, da der resultierende Preisverfall die verbleibenden Reserven stärker entwerten könnte als der unmittelbare Erlös einbringt. Die Bundesbank betont zudem, dass Goldbestände als strategische Krisenreserve fungieren. Ein Verkauf würde dieses finanzielle Sicherheitsnetz schwächen.

Rechtlich kann die Bundesregierung die Bundesbank nicht zum Goldverkauf zwingen oder die Erlöse für die allgemeine Haushaltsfinanzierung vereinnahmen. International würde ein deutscher Alleingang das sensible Gleichgewicht zwischen Zentralbanken stören. Seit der Finanzkrise 2008 akkumulieren viele Staaten, insbesondere Schwellenländer, aktiv Gold zur Verringerung der Dollar-Abhängigkeit. Historisch koordinierten Zentralbanken Verkäufe durch Abkommen zur Volumenbegrenzung – ein Rahmen, den eine deutsche Solo-Aktion untergraben würde.

Konsolidierung im deutschen Krypto-Sektor

Der deutsche Markt für digitale Assets erlebt eine bedeutende Konsolidierung: Börse Stuttgart Digital, die Tochtergesellschaft der Börse Stuttgart, plant die Fusion mit dem Frankfurter Krypto-Unternehmen Tradias. Der für die zweite Jahreshälfte geplante Zusammenschluss, der noch der Regulierungsgenehmigung bedarf, soll einen europäischen Krypto-Champion schaffen, der integrierte Handels-, Brokerage- und Verwahrungsdienste für digitale Assets anbietet.

Die Fusion zielt darauf ab, die institutionelle Präsenz zu stärken und die bestehende Infrastruktur zu nutzen, die bereits die beliebte Bison-App mit einer Million Nutzern sowie Dienstleistungen für große Broker wie Trade Republic und FlatexDegiro unterstützt. Tradias-Gründer Christopher Beck erklärte, der Zusammenschluss könnte die Liquidität vertiefen und potenziell zu engeren Geld-Brief-Spannen für Endnutzer führen. Ob diese Vorteile letztlich an Privatkunden weitergegeben werden, hänge jedoch von den Brokern selbst ab.

Elliott Investment ManagementLSEGBASFStellenabbauGoldreservenBörse Stuttgart DigitalAktivistRestrukturierung

Disclaimer