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Elliott steigt bei LSEG ein – BASF verlagert 2.800 Jobs nach Indien

Aktivistischer Investor fordert höhere Margen. Berliner BASF-Standort vor massivem Umbau. Goldverkauf bleibt Tabu.

Elliott steigt bei LSEG ein – BASF verlagert 2.800 Jobs nach Indien

Der aktivistische Investor Elliott Investment Management hat eine Beteiligung an der London Stock Exchange Group (LSEG) aufgebaut. Nach Informationen aus informierten Kreisen will Elliott auf Verbesserungen der Gewinnmargen und zusätzliche Aktienrückkäufe drängen. Die LSEG hatte erst kürzlich ein Rückkaufprogramm über eine Milliarde Pfund abgeschlossen.

Das Investment gilt als mutig: Die LSEG-Aktie hat im vergangenen Jahr 35 Prozent an Wert verloren. Investoren sorgen sich, dass Künstliche Intelligenz die Nachfrage nach Finanzdaten- und Analysediensten schmälern könnte. Betroffen wären neben LSEG auch Wettbewerber wie S&P Global und Intercontinental Exchange. Die Marktkapitalisierung der LSEG liegt aktuell bei rund 51 Milliarden Dollar.

Entgegen der üblichen Strategie aktivistischer Investoren plant Elliott offenbar keine Aufspaltung von Geschäftsbereichen. Stattdessen konzentriert sich der Investor auf Margensteigerungen und weitere Rückkäufe. LSEG bestätigte einen "aktiven und offenen Dialog" mit seinen Investoren und betonte, sich auf die Umsetzung der eigenen Strategie zu konzentrieren. Die genaue Höhe der Elliott-Beteiligung wurde nicht bekannt gegeben.

BASF baut Berliner Standort massiv ab

Der Chemiekonzern BASF plant eine tiefgreifende Umstrukturierung seiner Global Business Services (GBS). Die Dienstleistungssparte mit weltweit 8.500 Mitarbeitern soll künftig von einem zentralen Hub in Indien aus gesteuert werden. Besonders betroffen ist der Berliner Standort, der als europäische Zentrale der GBS 2.800 Beschäftigte zählt.

Die GBS-Einheit übernimmt konzernweite Aufgaben in den Bereichen Finanzen, Logistik, Personal, Sicherheit und Qualitätssicherung. Dazu gehören auch Gehaltsabrechnungen und operativer Einkauf. BASF begründet den Schritt mit der Notwendigkeit, langfristige Wettbewerbsfähigkeit und Kosteneffizienz zu sichern. Regionale Zentren sollen nur noch in stark reduzierter Form für gesetzlich vorgeschriebene oder betriebsnotwendige Aufgaben vor Ort bestehen bleiben.

Der Berliner Standort hat eine besondere Geschichte: Vor rund 20 Jahren entstand er nach Protesten der Chemiegewerkschaft IG BCE gegen Verlagerungspläne in die Slowakei. Die Mitarbeiter unterliegen einer Sondervereinbarung außerhalb des Chemie-Tarifvertrags mit niedrigeren Löhnen und längeren Arbeitszeiten. IG-BCE-Chef Michael Vassiliadis kritisierte die Pläne scharf: BASF beende ein Vorzeigeprojekt, das Tausende Arbeitsplätze in der Hauptstadt geschaffen habe. Die Gewerkschaft sieht keine Perspektive für eine Fortsetzung der Sondervereinbarung.

BASF betonte, die Planungen befänden sich in einem frühen Stadium. Weder die genaue Zahl der Arbeitsplatzverluste in Berlin noch der konkrete Standort des neuen indischen Hubs stehen fest. Das Unternehmen kündigte Gespräche mit der IG BCE an, um Lösungen zu finden. Unabhängig davon bestätigte BASF, seine internen IT-Services bis 2030 in Hyderabad zu bündeln – ein separates Projekt zur GBS-Umstrukturierung.

Goldverkauf keine Option für Deutschland

Parallel zu den Unternehmensnachrichten bleibt in der deutschen Finanzpolitik die Diskussion um einen möglichen Verkauf von Bundesbank-Goldreserven aktuell. Mit rund 3.350 Tonnen verfügt Deutschland über einen der größten Goldbestände weltweit. Ökonomen und Juristen warnen jedoch eindringlich vor einem solchen Schritt.

Große Verkäufe würden den globalen Goldpreis massiv unter Druck setzen. Zentralbanken vermeiden grundsätzlich Aktionen, die Märkte destabilisieren und Preisverfall signalisieren. Der kurzfristige Erlös könnte durch die Abwertung der verbleibenden Reserven zunichte gemacht werden. Zudem gilt Gold als strategische Krisenreserve – ein Verkauf würde dieses Sicherheitsnetz schwächen.

Rechtlich ist die Bundesregierung nicht befugt, der Bundesbank einen Goldverkauf anzuordnen oder die Erlöse für die allgemeine Haushaltsfinanzierung zu verwenden. International würde ein einseitiger deutscher Vorstoß das empfindliche Gleichgewicht zwischen den Zentralbanken stören. Seit der Finanzkrise 2008 kaufen insbesondere Schwellenländer aktiv Gold, um ihre Dollar-Abhängigkeit zu reduzieren. Historisch verlassen sich Notenbanken auf koordinierte, transparente Goldabkommen, die Verkaufsvolumina begrenzen.

Börse Stuttgart plant Krypto-Fusion

In einem weiteren Schritt zur Konsolidierung des europäischen Kryptomarktes plant Börse Stuttgart Digital die Fusion mit dem Frankfurter Krypto-Unternehmen Tradias. Der Zusammenschluss soll einen führenden europäischen Anbieter für digitale Assets schaffen – trotz des aktuellen Abschwungs bei Bitcoin und anderen Kryptowährungen.

Die für das zweite Halbjahr erwartete Fusion würde Tradias' Rolle als Dienstleister und Market Maker für große Broker wie Trade Republic und FlatexDegiro integrieren. Die kombinierte Einheit könnte tiefere Liquidität bieten und die Geld-Brief-Spanne für Endkunden verringern. Die Börse Stuttgart betreibt bereits die Krypto-App Bison mit über einer Million Nutzern und bietet Verwahrungsdienste, die von der DekaBank genutzt werden – potenziell ein Zugang zu rund 50 Millionen Sparkassenkunden.

FinanzenMarktbericht

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