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Elon Musk beendet Rechtsstreit mit globalem Werbeverband WFA

X Corp und die World Federation of Advertisers einigen sich außergerichtlich – Berufungsverfahren gegen andere Beklagte läuft weiter.

Elon Musk beendet Rechtsstreit mit globalem Werbeverband WFA

Elon Musks Social-Media-Plattform X hat einen langwierigen Rechtsstreit mit der World Federation of Advertisers (WFA) beigelegt. X Corp, die Muttergesellschaft von X, hatte die WFA und eine Gruppe von Werbetreibenden im Jahr 2024 verklagt und ihnen vorgeworfen, einen „illegalen Boykott" gegen die Plattform orchestriert zu haben. Nun erklärten beide Parteien in einer gemeinsamen Stellungnahme, den Streit „hinter sich zu lassen".

Die Klage von X Corp behauptete, die Werbetreibenden hätten sich verschworen, Werbeeinnahmen in Milliardenhöhe von der Plattform abzuziehen. Konkret richtete sich der Vorwurf gegen Standards, die von der WFA-Initiative Global Alliance for Responsible Media (GARM) festgelegt worden waren. GARM war 2019 von der WFA gegründet worden, um der Branche dabei zu helfen, mit illegalen oder schädlichen Inhalten auf digitalen Plattformen umzugehen. Die Werbetreibenden wiesen die Vorwürfe zurück und betonten, Marken hätten das Recht, selbst zu entscheiden, wofür sie ihr Geld ausgeben.

Klage abgewiesen, Berufung eingelegt – nun Einigung

Ein Bundesrichter hatte die Klage im März abgewiesen. X legte daraufhin im April Berufung ein. Die nun erzielte Einigung mit der WFA beendet diesen Teil des Rechtsstreits. Über die genauen Bedingungen der Vereinbarung wurde Stillschweigen vereinbart. Das Berufungsverfahren gegen mehrere andere in der ursprünglichen Klage genannte Unternehmen wird jedoch fortgesetzt.

In ihrer gemeinsamen Erklärung betonten X Corp und die WFA, dass die Einigung „die Beziehung zwischen den beiden Organisationen neu ausrichtet". Die WFA bekräftigte ihr Engagement für die Meinungsfreiheit, ein Prinzip, das laut eigenen Angaben bereits seit der Gründungssatzung von 1953 verankert sei. Zudem erklärten beide Organisationen, dass „Marken, Plattformen und Verbraucher gleichermaßen von Innovationen im Bereich der Markensicherheit profitieren werden". Ein wichtiger Punkt der Einigung: Die WFA verpflichtete sich, GARM oder eine ähnliche Initiative nicht neu zu gründen oder neu zu starten.

Hintergrund: Einbruch der Werbeeinnahmen nach Twitter-Übernahme

Der Konflikt wurzelt in der 44 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme von Twitter durch Musk im Jahr 2022. Nach dem Eigentümerwechsel brachen die Werbeeinnahmen der Plattform drastisch ein. Viele Marketingverantwortliche äußerten Bedenken, ihre Marken könnten neben schädlichen Inhalten platziert werden, und kritisierten die Inhaltsmoderation auf der Plattform. Musk reagierte auf den Rückzug der Werbetreibenden mit scharfer Kritik – er forderte sie öffentlich auf, sich „mal selbst zu f*****", und erklärte beim Einreichen der Klage: „Wir haben es zwei Jahre lang im Guten versucht und nichts als leere Worte geerntet. Jetzt herrscht Krieg."

Im Jahr 2024 nahm X Unilever aus der Klage heraus, nachdem das Unternehmen wieder Werbung auf der Plattform geschaltet hatte. Dies deutete bereits damals auf eine mögliche Entspannung im Verhältnis zu einzelnen Werbetreibenden hin. X ist nach wie vor stark auf Werbeeinnahmen angewiesen, um seinen Betrieb zu finanzieren.

Die Einigung mit der WFA markiert für den Verband das Ende eines der aggressivsten Konflikte mit Musk seit der Twitter-Übernahme. X selbst fusionierte im vergangenen Jahr mit xAI, Musks Unternehmen für künstliche Intelligenz, das seinerseits mit SpaceX kombiniert wurde – ein Schritt, der die strategische Neuausrichtung des Unternehmens unterstreicht.

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