Elterngeld-Frustration bei Procter & Gamble
Deutsche Manager fühlen sich benachteiligt durch unterschiedliche Konzernregeln.

Procter & Gamble bietet seinen Beschäftigten eine voll bezahlte achtwöchige Elternzeit an, allerdings nicht in Deutschland. Während Mitarbeiter in anderen Ländern von dieser großzügigen Regelung profitieren, bleiben deutsche Angestellte aufgrund der geltenden staatlichen Regelungen außen vor. Procter & Gamble hat die Entscheidung getroffen, diese Leistung in Deutschland nicht einzuführen, da die staatlichen Regelungen hier bereits vorteilhafter sind. Eltern haben in Deutschland Anspruch auf insgesamt 14 Monate Elterngeld, wobei sie 65 Prozent ihres Nettolohns erhalten, maximal jedoch 1800 Euro monatlich.
Die jüngste Entscheidung der Bundesregierung, die Einkommensgrenzen für das Elterngeld zu senken, hat dazu geführt, dass nicht mehr alle Beschäftigten von Procter & Gamble in Deutschland von den staatlichen Leistungen profitieren können. Paare mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 200.000 Euro haben weiterhin Anspruch auf Elterngeld, während die Grenze ab dem kommenden April auf 175.000 Euro sinkt. Dies bedeutet, dass immer weniger Topmanager bei Procter & Gamble in Deutschland staatliche Unterstützung erhalten werden, ohne eine entsprechende Unterstützung durch ihren Arbeitgeber.
Diese Situation führt zu Unmut unter den Topverdienern des Unternehmens in Deutschland. Ein Manager beklagt, dass Kollegen in anderen Ländern acht Wochen lang Elterngeld von Procter & Gamble erhalten, während er leer ausgeht. Dies führt zu Frustration, da er und seine Familie nun auf ihre Rücklagen zurückgreifen müssen, um die Elternzeit zu finanzieren. Der Manager betont, dass es nicht nur um den finanziellen Aspekt geht, sondern auch um das Prinzip, dass alle Mitarbeiter weltweit gleiche Bedingungen haben sollten.
Procter & Gamble hat auf Anfrage bestätigt, dass die Konzernregeln zur achtwöchigen Elternzeit in Deutschland nicht gelten, und verweist auf die staatlichen Leistungen. Eine Sprecherin des Unternehmens erklärte, dass die gesetzliche Absenkung der Einkommensgrenze für das Elterngeld in Deutschland nur sehr gehobene Einkommensklassen betreffe und somit nur einen kleineren Teil der Beschäftigten. Von den rund 10.000 Mitarbeitern in Deutschland arbeiten etwa 7500 in den Werken und sind aufgrund ihres geringeren Einkommens selten von der Absenkung betroffen.
Ob Procter & Gamble in Deutschland seine Konzernleistungen aufgrund der gesetzlichen Einschränkungen ausweiten wird, bleibt unklar. Interne Mail-Wechsel zeigen, dass Nachfragen von Managern in der Personalabteilung hierzu ausweichend beantwortet wurden. Diese Unsicherheit trägt nicht zur Zufriedenheit der Beschäftigten bei.
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Zur AktienanalyseAuch bei Henkel gibt es ähnliche Probleme. Der Persil-Hersteller hatte angekündigt, das gesetzliche Elterngeld für zwei Monate auf das eigentliche Gehalt aufzustocken, was allerdings in vielen Ländern, einschließlich Deutschland, noch nicht umgesetzt wurde. Dies führte zu Irritationen in der Belegschaft und Aufsichtsratskreisen. Seit Mitte Juli können Henkel-Beschäftigte nun die Elternzeit rückwirkend für alle in diesem Jahr geborenen Kinder beantragen, wobei Henkel betont, im Zeitplan zu sein.


