Eltif statt ETF: Was Privatanleger jetzt wissen müssen
Eltifs versprechen Zugang zu Private Equity und Infrastruktur – doch Anleger sollten die Fondskategorie zunächst genau beobachten.

Die Ratingagentur Scope spricht von einem gelungenen „Massenstart" – gemeint sind European Long-Term Investment Funds, kurz Eltifs. Doch trotz des positiven Auftakts empfiehlt sich für Privatanleger zunächst Zurückhaltung: Die ersten Jahre dieser noch jungen Fondskategorie sollte man eher als Beobachter verfolgen, als voreilig einzusteigen.
Eltifs verfolgen ein klares Ziel: Sie sollen Privatanlegern den Zugang zu Anlageklassen öffnen, die bislang vor allem institutionellen Investoren vorbehalten waren. Dazu zählen Infrastrukturprojekte, Private Debt – also Kredite außerhalb des klassischen Bankensystems – sowie Private Equity, sprich außerbörsliche Unternehmensbeteiligungen. Diese Anlageklassen gelten als renditeträchtig, bringen aber besondere Risiken mit sich, allen voran die eingeschränkte Liquidität.
Eltifs und die neue Altersvorsorge ab 2027
Besondere Aufmerksamkeit erhalten Eltifs derzeit auch wegen ihrer möglichen Rolle in der staatlich geförderten Altersvorsorge, die ab 2027 eingeführt werden soll. Weil Eltifs grundsätzlich für dieses neue Vorsorgemodell infrage kommen könnten, begegnen Anleger der Fondskategorie in Beratungsgesprächen inzwischen deutlich häufiger.
Dabei ist eine wichtige Unterscheidung zu treffen: Im neuen Standardprodukt der geförderten Altersvorsorge werden Eltifs keinen Platz finden. Dieses Standardprodukt setzt bewusst auf einfache, liquide und kostengünstige Anlagen – klassische Aktien-ETFs stehen dabei im Mittelpunkt. Eltifs sind schlicht zu komplex und zu illiquide für ein Basisprodukt, das breite Bevölkerungsschichten ansprechen soll.
Allerdings bietet das neue Altersvorsorgedepot mehr Flexibilität als die bisherigen Riester-Produkte. Wer möchte, kann abseits des Standardprodukts auch Eltifs für sein gefördertes Altersvorsorgedepot auswählen. Damit rückt die Fondskategorie in den Fokus einer breiteren Anlegergruppe – und das macht eine kritische Auseinandersetzung mit den Chancen und Risiken umso wichtiger.
Was Anleger bei Eltifs beachten sollten
Privatanleger sollten sich vor einem Einstieg in Eltifs über einige wesentliche Merkmale im Klaren sein:
Illiquidität
: Anders als ETFs sind Eltifs nicht täglich handelbar. Das Kapital ist oft über Jahre gebunden.
Komplexität
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Zur Aktienanalyse: Die zugrundeliegenden Anlageklassen wie Private Equity oder Private Debt sind schwerer zu bewerten als börsennotierte Wertpapiere.
Beratungsrelevanz
: Da Eltifs zunehmend in Beratungsgesprächen auftauchen, lohnt es sich, gut informiert in diese Gespräche zu gehen.
Insgesamt gilt: Eltifs können für erfahrene Anleger mit langem Anlagehorizont durchaus interessant sein. Wer jedoch Wert auf Flexibilität und tägliche Verfügbarkeit seines Kapitals legt, ist mit klassischen Aktien-ETFs besser bedient. Der Hype um die neue Fondskategorie sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass Eltifs kein Ersatz für liquide Basisinvestments sind – sondern allenfalls eine Ergänzung für erfahrene Privatanleger mit entsprechender Risikobereitschaft.


