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Ende russischer Gastransporte durch die Ukraine

Europa setzt auf Alternativen, während wirtschaftliche Folgen spürbar werden

Ende russischer Gastransporte durch die Ukraine

Russland hat am 1. Januar 2025 seine Gasexporte über die durch die Ukraine verlaufenden Pipelines eingestellt. Dies markiert das Ende einer Ära, in der Moskau über Jahrzehnte hinweg den europäischen Energiemarkt dominierte. Trotz des seit fast drei Jahren andauernden Krieges hatten die Lieferungen bis zuletzt angehalten. Die Einstellung erfolgte um 05:00 GMT, nachdem die Ukraine sich geweigert hatte, das Transitabkommen zu verlängern.

Laut Gazprom, dem russischen Energiekonzern, war diese Entwicklung weitgehend erwartet worden und hat keinen Einfluss auf die Gaspreise innerhalb der Europäischen Union. Anders als 2022, als der Rückgang russischer Gaslieferungen die Preise in die Höhe trieb und die Wettbewerbsfähigkeit der EU beeinträchtigte, sind die europäischen Staaten mittlerweile besser auf alternative Bezugsquellen vorbereitet. Länder wie Norwegen, Katar und die USA haben Russland als Hauptlieferanten abgelöst.

Die letzten verbliebenen Abnehmer russischen Gases, darunter Österreich und die Slowakei, haben bereits auf andere Lieferquellen umgestellt. Ungarn wird weiterhin über die TurkStream-Pipeline mit Gas versorgt. Die Einstellung der Gastransporte trifft jedoch die abtrünnige pro-russische Region Transnistrien in Moldawien hart. Dort wurden die Versorgung mit Heizung und Warmwasser eingestellt, was die lokale Bevölkerung dazu zwingt, auf elektrische Heizgeräte umzusteigen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete das Ende des Gastransits als eine der größten Niederlagen Moskaus und forderte die USA auf, mehr Gas nach Europa zu liefern. Europa müsse sich jetzt auf eine verstärkte Unterstützung Moldawiens in dieser Phase der Energieumstellung konzentrieren, erklärte er. Die Europäische Kommission teilte mit, dass die Infrastruktur der EU ausreichend flexibel sei, um Gas aus nicht-russischen Quellen bereitzustellen. Seit 2022 seien erhebliche Kapazitäten für den Import von Flüssigerdgas geschaffen worden.

Die Ukraine wird durch den Wegfall der Transitgebühren jährlich bis zu eine Milliarde Dollar verlieren. Zur Kompensation erhöht das Land ab sofort die Gasübertragungsgebühren für inländische Verbraucher, was die Industrie umgerechnet etwa 38 Millionen Dollar pro Jahr kosten könnte. Gazprom selbst wird Einbußen von rund fünf Milliarden Dollar hinnehmen müssen.

Historisch gesehen hatte Russland über verschiedene Pipelines erhebliche Mengen Gas nach Europa geliefert, wobei 2018 ein Rekordhoch von 201 Milliarden Kubikmetern erreicht wurde. Der Anteil russischen Gases am europäischen Markt lag einst bei rund 35 %, ist jedoch seit Beginn des Krieges in der Ukraine deutlich gesunken. Die Gaslieferungen durch die Nord-Stream- und Yamal-Europa-Pipelines sind seit 2022 ebenfalls eingestellt.

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