Energie-ETFs hinken Ölpreisanstieg deutlich hinterher
Trotz eines Brent-Anstiegs von fast 26% seit dem Iran-Krieg zeigen XOP und XLE nur magere Gewinne.

Zwei der meistgenutzten Energie-ETFs enttäuschen Anleger: Während Brent-Rohöl-Futures seit Ausbruch des Iran-Krieges um fast 26% zulegten, stieg der State Street SPDR S&P Oil & Gas Exploration & Production ETF (XOP) lediglich um rund 6%. Der State Street Energy Select Sector SPDR ETF (XLE) legte sogar nur 1% zu – eine auffällige Diskrepanz, die Investoren aufhorchen lässt.
Der Hauptgrund für diese Entkopplung liegt in der Vorgeschichte der Energieaktien. Die beiden ETFs befanden sich bereits vor dem Konflikt im Aufwind und hatten einen Teil der Ölpreis-Rally vorweggenommen. In den vergangenen zwölf Monaten entwickelten sich XOP und XLE noch weitgehend im Einklang mit den Ölpreisen – doch diese Synchronität ist nun gebrochen.
Bewertungen und Markterwartungen als Bremse
Ein weiterer Faktor drückt auf die Kurse: Gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der erwarteten Gewinne sind Energieaktien heute deutlich teurer bewertet als zu Beginn der russischen Invasion in der Ukraine im Jahr 2022. Das begrenzt den Spielraum für weitere Kursanstiege, selbst wenn die Ölpreise weiter steigen.
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Zur AktienanalyseDarüber hinaus könnten Anleger bereits einpreisen, dass der aktuelle Konflikt von kurzer Dauer sein wird. Diese Erwartungshaltung dämpft die Bereitschaft, Energieaktien zu aktuellen Bewertungen aggressiv nachzukaufen. Für deutsche Privatanleger, die in Energie-ETFs investiert sind, bedeutet dies: Der Ölpreis allein ist kein verlässlicher Indikator für die kurzfristige Wertentwicklung dieser Fonds.


