Energieeffizienz: Immobilienpreise steigen um 32 Prozent
Der Preisaufschlag für energieeffiziente Immobilien ist in den vergangenen 15 Monaten deutlich gestiegen. Eine aktuelle Studie zeigt: Pro Energieeffizienzklasse zahlen Käufer mittlerweile 107 Euro mehr pro Quadratmeter.

Die Energieeffizienz entwickelt sich zunehmend zum entscheidenden Preisfaktor am deutschen Immobilienmarkt. Eine umfassende Analyse des Immobiliendienstleisters Wüest Partner belegt einen markanten Trend: Der Preisaufschlag zwischen den Energieeffizienzklassen ist binnen 15 Monaten um 32 Prozent gestiegen.
Deutlicher Preisanstieg in kurzer Zeit
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Lag der durchschnittliche Aufschlag für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser Ende Februar 2024 noch bei 81 Euro pro Quadratmeter und Energieeffizienzklasse, waren es Ende Juni 2025 bereits 107 Euro. Für die Studie wertete Wüest Partner rund 1,4 Millionen Markt- und Angebotsdaten aus und berücksichtigte dabei Faktoren wie Mikro- und Makrolage, Baujahr, Größe und Zimmeranzahl.
Erhebliche Unterschiede zwischen den Klassen
Bei den Kaltmieten beträgt der Abschlag durchschnittlich 22 Cent pro Quadratmeter und Effizienzklasse. Besonders auffällig: Die größte Preisdifferenz besteht zwischen den Klassen B und C mit 12,3 Prozent pro Quadratmeter. Zwischen A und B liegt der Unterschied hingegen nur bei neun Prozent.
Neubaustandard als Trennlinie
Diese Diskrepanz hat einen nachvollziehbaren Grund: Die Energieeffizienzklassen A und B entsprechen dem aktuellen Neubaustandard. Immobilien der Klasse C und schlechter sind typischerweise Bestandsobjekte. Bei energetischen Sanierungen von Altbauten ist Klasse C oft das wirtschaftlich sinnvolle Ziel – höhere Standards rechnen sich meist nicht.
Mietpreise: Große Sprünge nur im Premium-Segment
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Zur AktienanalyseBei den Angebotsmieten zeigt sich ein anderes Bild: Zwischen den Klassen C und H sind die Unterschiede minimal. Große Differenzen gibt es nur im oberen Segment. Eine Immobilie der Klasse A erzielt im Schnitt 2,83 Euro pro Quadratmeter mehr als eine der Klasse C. Zwischen A und B beträgt die Differenz noch 1,30 Euro.
Exit-Strategie wird entscheidend
Die Studie macht deutlich: Eine energetische Sanierung lässt sich nicht allein über höhere Mieteinnahmen refinanzieren. Zwischen den Klassen C und H steigen die Mieten kaum. Für Investoren wird daher die Exit-Strategie entscheidend – nur über einen höheren Verkaufspreis amortisieren sich die Investitionen langfristig. Angesichts steigender ESG-Anforderungen und regulatorischer Verschärfungen dürfte dieser Trend weiter an Dynamik gewinnen.


