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Enforce Tac 2026: Rüstungsmesse wächst um 30 Prozent

Nürnbergs Verteidigungsmesse zieht Branchenriesen wie Rheinmetall an – mit Bundeskanzler Merz als Schirmherr.

Enforce Tac 2026: Rüstungsmesse wächst um 30 Prozent

Die Enforce Tac in Nürnberg setzt ihren beeindruckenden Wachstumskurs fort: Gegenüber dem Vorjahr legte die Messe erneut rund 30 Prozent zu. Auf 60.000 Quadratmetern in sieben Hallen präsentieren sich diesmal 1.300 Aussteller – ein klares Signal für den Boom der Sicherheits- und Verteidigungsbranche.

Die Rüstungsindustrie gehört zu den wenigen Sektoren, die trotz allgemeiner Konjunkturschwäche robust wachsen. Das frühere Schmuddel-Image der Branche schwindet spürbar: Bundeskanzler Friedrich Merz hat die Schirmherrschaft über die Veranstaltung übernommen – ein politisches Statement mit Signalwirkung.

Schwergewichte verdrängen Nischenanbieter

Die Ausstellerstruktur hat sich grundlegend gewandelt. Während früher vor allem Spezialanbieter für Pistolen, Holster oder Nachtsichtgeräte dominierten, präsentieren heute auch Branchenriesen wie Rheinmetall und KNDS schweres Gerät in Nürnberg. Für Anleger im Rüstungssektor unterstreicht dies die zunehmende Bedeutung der Messe als Branchenbarometer.

Gleichzeitig drängen innovative Start-ups ins Rampenlicht. Arx Robotics aus München zeigt die neueste Version seines unbemannten Fahrzeugs Gereon – ausgestattet mit Panzerabwehrsystemen von MBDA Deutschland. Das Unternehmen gilt nach eigenen Angaben als wichtigster westlicher Lieferant der Ukraine für unbemannte Landsysteme und rüstet auch die Bundeswehr zur Drohnenabwehr aus.

Konkurrenz bekommt Arx Robotics nun aus der Nachbarschaft: Quantum Systems aus dem oberbayerischen Gilching, bisher als Drohnenhersteller bekannt, präsentiert erstmals ein unbemanntes Bodenfahrzeug namens Mandrill. Der Wettbewerb im Segment autonomer Landsysteme nimmt damit deutlich Fahrt auf.

Nürnberg kämpft um europäische Führungsrolle

Politische Unterstützung soll das weitere Wachstum der Messe sichern. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger nimmt an einem Runden Tisch zur künftigen Positionierung der Enforce Tac teil. Ziel ist es, Nürnbergs Status als Leitmesse der Verteidigungsindustrie zu festigen und auszubauen.

Der Wettbewerb um Messeanteile verschärft sich jedoch: Angesichts rasant steigender Verteidigungsetats weltweit versuchen zahlreiche Veranstalter, vom Branchenboom zu profitieren. So plant die renommierte Londoner Rüstungsmesse DSEI für das kommende Jahr einen deutschen Ableger in Hannover – eine direkte Herausforderung für den Nürnberger Platzhirsch.

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