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Engaged Capital fordert Aufsichtsratswechsel bei BlackLine

Der aktivistische Investor Engaged Capital nominiert vier Kandidaten für den Aufsichtsrat von BlackLine und fordert eine strategische Neuausrichtung. Hintergrund ist ein abgelehntes Übernahmeangebot von SAP über 66 Dollar je Aktie.

Engaged Capital fordert Aufsichtsratswechsel bei BlackLine

Der aktivistische Investor Engaged Capital verschärft seinen Druck auf den Softwareanbieter BlackLine. Nach einem abgelehnten Übernahmeangebot von SAP nominiert Engaged nun vier eigene Kandidaten für den Aufsichtsrat des auf Finanzbuchhaltungslösungen spezialisierten Unternehmens.

SAP-Angebot sorgt für Kontroverse

Im Juni 2025 hatte SAP SE Berichten zufolge ein Übernahmeangebot von 66 Dollar je Aktie unterbreitet – eine Prämie von über 30 Prozent auf den damaligen 60-Tage-Durchschnittskurs. BlackLine lehnte das Angebot jedoch ab, was bei Engaged Capital für Unmut sorgte. Der aktivistische Investor sieht darin eine verpasste Chance für die Aktionäre.

BlackLine bietet cloudbasierte Finanzbuchhaltungslösungen als Software-as-a-Service (SaaS) an. Das Unternehmen erwirtschaftet eine Bruttomarge von 80 Prozent und zählt SAP zu seinen wichtigsten Partnern. Die strategische Partnerschaft mit dem deutschen Softwarekonzern trägt rund 30 Prozent zum Gesamtumsatz bei.

Wachstum verlangsamt sich deutlich

Nach Jahren mit Wachstumsraten von über 20 Prozent jährlich hat sich die Dynamik bei BlackLine deutlich abgeschwächt. Der Aktienkurs, der Ende 2020 noch bei 133 Dollar notierte, fiel bis Dezember 2022 auf 61 Dollar. Auch nach der Rückkehr von Gründerin Therese Tucker als Co-CEO im März 2023 sank das Wachstum weiter auf hohe einstellige Werte.

"Das Unternehmen hat in den letzten Jahren an den öffentlichen Märkten keinen Wert geschaffen", kritisiert Engaged Capital. Die Aktie verlor seit Tuckers Rückkehr weitere 24 Prozent. Bei einer aktuellen Marktkapitalisierung von rund 3,16 Milliarden Dollar (53,08 Dollar je Aktie) liegt der Kurs deutlich unter dem SAP-Angebot.

Vier neue Kandidaten nominiert

Engaged Capital nominiert nun Christopher Hetrick (Forschungsdirektor bei Engaged), Christopher Young (ehemaliger Leiter für umstrittene Situationen bei Jefferies), Christopher Hallenbeck (ehemaliger Senior Vice President bei SAP) und Storm Duncan (Gründer der M&A-Beratungsfirma Ignatious) für den Aufsichtsrat. Die Wahl soll auf der Jahreshauptversammlung 2026 stattfinden.

Engaged Capital fordert Transparenz

Der von Glenn Welling gegründete aktivistische Investor forderte den Aufsichtsrat bereits im Oktober 2025 auf, Finanzberater zu beauftragen und strategische Alternativen zu prüfen. Im November stellte Engaged zudem ein sogenanntes 220-Demand-Schreiben aus, um Zugang zu Protokollen über alle Übernahmeangebote zu erhalten.

Engaged Capital ist bekannt für seinen konstruktiven Ansatz und weist eine Durchschnittsrendite von 20,56 Prozent auf – verglichen mit 17,83 Prozent für den Russell 2000 Index. Von 39 aktivistischen Kampagnen der Firma entfielen neun auf Unternehmen im Technologiesektor.

Branchenmultiplikatoren unter Druck

Die Situation bei BlackLine wird durch das veränderte Marktumfeld verschärft. Während das Unternehmen 2022 von hohen Bewertungsmultiplikatoren im Softwaresektor profitieren konnte, haben sich diese inzwischen deutlich reduziert. Gleichzeitig verlangsamte sich das Wachstum des Unternehmens erheblich.

Engaged Capital betont, keinen Verkauf "zu jedem Preis" zu befürworten. Allerdings hätten gewissenhafte Aktionäre das Recht, die Entscheidungsfindung des Aufsichtsrats zu hinterfragen – insbesondere angesichts der schwachen Kursentwicklung der vergangenen Jahre.

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