Engpass bei Eisenerz belastet chinesische Stahlwerke
Verhandlungen zwischen CMRG und BHP führen zu Lagerabbau bei Pilbara Blend Fines

Protrahierte Verhandlungen zwischen dem staatlichen chinesischen Eisenerz-Einkäufer und dem Bergbaukonzern BHP haben die Verfügbarkeit bestimmter Eisenerzsorten merklich verengt und damit die Preise trotz rückläufiger Nachfrage gestützt. China Mineral Resources Group, gegründet im Jahr 2022 mit dem Ziel, den Einkauf zu zentralisieren und bessere Vertragskonditionen zu erzielen, forderte bereits im September Stahlwerke und Händler auf, den Erwerb von BHPs Jimblebar Blend Fines während der Vertragsgespräche für die Lieferungen des Jahres 2026 auszusetzen.
Der Handel mit Jimblebar-Fines ist seither in China weitgehend zum Erliegen gekommen. Viele Stahlwerke, die bislang auf diese Sorte zurückgegriffen hatten, wichen in der Folge auf Pilbara Blend Fines aus, das Hauptprodukt des australischen Konkurrenten Rio Tinto. Dieser Umstieg führte zu einem schnellen Rückgang der PBF-Lagerbestände an chinesischen Häfen, wie mehrere Personen mit Kenntnis der Lage berichteten. Ein Sprecher von BHP erklärte, dass die Verhandlungen weiterlaufen, ohne näher auf Details einzugehen. China Mineral Resources Group reagierte nicht auf eine Anfrage, während Rio Tinto keinen unmittelbaren Kommentar abgab.
Die Lagerbestände von PBF begannen Mitte bis Ende September zu sinken und lagen am 18. November rund 40 Prozent niedriger bei 6,5 Millionen Tonnen, dem niedrigsten Stand seit August. Gleichzeitig stiegen die Bestände von Jimblebar-Fines, die etwa ein Viertel der Produktion von BHP ausmachen, um 156 Prozent. Alle genannten Quellen machten aus Sensitivitätsgründen keine Angaben zu ihrer Identität.
Durch sinkende Margen bevorzugen zahlreiche chinesische Stahlwerke zunehmend mittelgradige Erze wie PBF, was den Wettbewerb verschärfte und die Lagerbestände zusätzlich verringerte. Die Profitabilität der Stahlwerke nahm seit Mitte August deutlich ab; Mitte November arbeiteten nur rund 39 Prozent der Werke profitabel, verglichen mit 55 Prozent einen Monat zuvor und 58 Prozent im Vorjahr. Gleichzeitig erreichten die Eisenerz-Futures ein Zweiwochenhoch, obwohl die Rohstahlproduktion aufgrund ungünstiger Witterung in einigen nördlichen Regionen auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2023 fiel.
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Zur AktienanalyseDie knappe Verfügbarkeit von PBF stützte nach Angaben von Marktteilnehmern und Analysten die Preise stärker als erwartet. Einige Beobachter sprachen in diesem Zusammenhang von einem „menschen-gemachten Bullenmarkt“. Die Preise sind im Monatsvergleich um 3 Prozent und seit Jahresbeginn um 8,4 Prozent gestiegen und lagen zuletzt bei 791,5 Yuan pro Tonne.


