ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Entain prüft Verkauf der CEE-Sparte unter Steuerdruck

Ladbrokes-Eigentümer Entain erwägt den Verkauf seines Mittel- und Osteuropa-Joint-Ventures – als Reaktion auf drastisch gestiegene britische Glücksspielsteuern.

Entain prüft Verkauf der CEE-Sparte unter Steuerdruck

Der britische Glücksspielkonzern Entain, bekannt als Eigentümer von Ladbrokes und Coral, prüft laut drei mit der Angelegenheit vertrauten Personen verschiedene Optionen für sein Joint Venture in Mittel- und Osteuropa (CEE) – darunter auch ein möglicher Verkauf. Das Unternehmen steht unter erheblichem Finanzdruck, seit die britische Regierung die Steuern auf Online-Glücksspiele deutlich angehoben hat.

Die neuen Steuersätze traten ab April in Kraft: Bei Casinospielen und Spielautomaten stieg die Steuer von 21 % auf 40 %, bei Sportwetten von 15 % auf 25 %. Entain rechnet dadurch mit zusätzlichen jährlichen Kosten von rund 200 Millionen Pfund. Das Unternehmen plant, in diesem Jahr etwa 25 % dieser Mehrbelastung aufzufangen und im Jahr 2027 mehr als 50 %. Die Aktien des Konzerns sind seit der Ankündigung der neuen Steuern im November um rund 30 % gefallen.

Möglicher Verkauf an Joint-Venture-Partner EMMA Capital

Eine konkret diskutierte Option ist der Verkauf von Entains Mehrheitsbeteiligung am CEE-Joint-Venture an den tschechischen Investmentpartner EMMA Capital, wie zwei der Insider berichten. Die erzielten Erlöse könnten laut einer der Quellen für den Schuldenabbau genutzt werden – ein wichtiger Aspekt angesichts einer bereinigten Nettoverschuldung von 3,64 Milliarden Pfund zum Ende des Geschäftsjahres 2025. Die Gespräche befinden sich jedoch noch in einem frühen Stadium, und es gibt keine Gewissheit über eine Transaktion. Entain lehnte eine Stellungnahme ab; EMMA Capital erklärte, man werde Gespräche weder bestätigen noch dementieren.

Das CEE-Joint-Venture wurde 2022 gegründet, als Entain und EMMA Capital gemeinsam den kroatischen Sportwettenanbieter SuperSport übernahmen. Die Vereinbarung enthält eine Call- und Put-Option auf den EMMA-Anteil, die von beiden Parteien ab dem dritten Jahrestag des Abschlusses ausgeübt werden kann – was Entain grundsätzlich auch einen Weg zur vollständigen Übernahme offenhalten würde. Im Jahr 2023 expandierte das Joint Venture mit der Akquisition des polnischen Wettanbieters STS für rund 750 Millionen Pfund weiter.

CEE-Sparte als profitabler Unternehmensteil

Die CEE-Sparte ist für Entain ein wachstumsstarkes Segment: Im Jahr 2025 erzielte Entain CEE ein EBITDA von 183,7 Millionen Pfund, gegenüber 170 Millionen Pfund im Vorjahr. Die Gesamtgruppe verzeichnete einen über den Erwartungen liegenden Jahresgewinn von 1,16 Milliarden Pfund. Dennoch belastete die Ankündigung der britischen Steuererhöhung die Bilanz erheblich: Entain nahm eine nicht zahlungswirksame Wertberichtigung von 488 Millionen Pfund auf sein britisches Geschäft vor, was im Geschäftsjahr mit Ende Dezember zu einem Verlust nach Steuern von 680,5 Millionen Pfund führte.

An der Londoner Börse notiert Entain derzeit mit einem Marktwert von rund 3,5 Milliarden Pfund (ca. 4,63 Milliarden US-Dollar). Neben den britischen Aktivitäten betreibt das Unternehmen in den USA das Joint Venture BetMGM. Die Aktien legten am Freitag nach dem Reuters-Bericht vom späten Donnerstag um 0,8 % zu – ein Zeichen, dass Investoren einen möglichen Verkauf der CEE-Sparte und den damit verbundenen Schuldenabbau positiv bewerten.

EntainCee Joint VentureLadbrokesGlücksspielsteuerEmma CapitalSchuldenabbauSportwetten

Disclaimer