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Entain prüft Verkauf von CEE-Sparte wegen britischer Steuererhöhungen

Der Ladbrokes-Eigentümer Entain steht unter Kostendruck und erwägt den Verkauf seiner Osteuropa-Beteiligung an Joint-Venture-Partner EMMA Capital.

Entain prüft Verkauf von CEE-Sparte wegen britischer Steuererhöhungen

Der britische Glücksspielkonzern Entain, Betreiber von Ladbrokes, Coral und BetMGM, prüft einem Reuters-Bericht zufolge den Verkauf seiner Beteiligung an der Osteuropa-Sparte Entain CEE. Als möglicher Käufer gilt die tschechische Investmentfirma EMMA Capital, die bereits als Joint-Venture-Partner an der Sparte beteiligt ist. Die Gespräche befinden sich laut informierten Personen noch in einem frühen Stadium, eine Transaktion ist nicht gesichert.

Hintergrund der strategischen Überlegungen ist der massive Kostendruck, dem Entain durch bevorstehende britische Steuererhöhungen im Glücksspielsektor ausgesetzt ist. Ab April steigen die Steuern auf Casinospiele und Spielautomaten von 21 auf 40 Prozent, bei Sportwetten von 15 auf 25 Prozent. Das Unternehmen rechnet mit jährlichen Mehrkosten von rund 200 Millionen Britische Pfund durch diese Maßnahmen.

Aktie unter Druck, Erlöse für Schuldenabbau geplant

Die Ankündigung der neuen Steuern im November hat die Entain-Aktie bereits hart getroffen: Laut LSEG-Daten verlor das Papier seitdem rund 30 Prozent an Wert. Der Konzern, der an der Londoner Börse notiert ist, kommt derzeit auf einen Marktwert von 3,5 Milliarden Britische Pfund (rund 4,63 Milliarden US-Dollar). Die Erlöse aus einem möglichen Verkauf der CEE-Beteiligung sollen laut einer der informierten Personen zur Schuldentilgung genutzt werden – die bereinigte Nettoverschuldung des Konzerns belief sich Ende 2025 auf 3,64 Milliarden Britische Pfund.

Entain CEE ist eine bedeutende Ertragsquelle für den Konzern. Die Sparte erwirtschaftete im Jahr 2025 ein EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von 183,7 Millionen Britische Pfund, nach 170 Millionen Pfund im Vorjahr. Das Joint Venture wurde 2022 gegründet, als Entain und EMMA Capital gemeinsam den kroatischen Sportwettenanbieter SuperSport übernahmen. 2023 folgte die Expansion mit dem Kauf des polnischen Wettanbieters STS für rund 750 Millionen Britische Pfund.

Optionsstruktur ermöglicht Entain vollständige Übernahme oder Ausstieg

Die ursprüngliche Vereinbarung zwischen Entain und EMMA Capital enthält eine sogenannte Call-und-Put-Option auf den Anteil von EMMA Capital. Diese kann von beiden Parteien ab dem dritten Jahrestag des Abschlusses ausgeübt werden – was Entain grundsätzlich auch die Möglichkeit einer vollständigen Übernahme der CEE-Sparte eröffnen würde. Stattdessen scheint der Konzern nun jedoch den umgekehrten Weg zu erwägen und seinen eigenen Mehrheitsanteil abzugeben.

Trotz der strategischen Herausforderungen konnte Entain für das Gesamtjahr 2025 einen über den Erwartungen liegenden Jahresgewinn von 1,16 Milliarden Britische Pfund ausweisen. Allerdings verbuchte das Unternehmen infolge der Steuerankündigung eine nicht zahlungswirksame Wertminderung von 488 Millionen Britische Pfund auf sein britisches Geschäft, was im Geschäftsjahr (endend Dezember) zu einem Verlust nach Steuern von 680,5 Millionen Britische Pfund führte.

Entain plant, die Mehrkosten durch die Steuererhöhungen schrittweise aufzufangen: rund 25 Prozent davon sollen bereits in diesem Jahr kompensiert werden, mehr als 50 Prozent bis 2027. Ein Sprecher von Entain lehnte eine Stellungnahme zu den Berichten ab. EMMA Capital erklärte, man werde etwaige Gespräche weder bestätigen noch dementieren. Die Entain-Aktie legte am Freitag nach dem Reuters-Bericht um 0,8 Prozent zu.

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