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Entscheidung über Glyphosat-Fall rückt näher

Bayer droht bei Ablehnung mit Rückzug und Monsanto-Insolvenz in den USA

Entscheidung über Glyphosat-Fall rückt näher

Ein zentraler Rechtsstreit von Bayer steht vor einer möglichen Wende. Noch im Juni könnte der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten entscheiden, ob er den Fall rund um den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat zur weiteren Prüfung annimmt. Bayer hatte den Supreme Court angerufen, nachdem unterschiedliche Gerichtsentscheidungen in mehreren US-Bundesstaaten zu der Frage geführt hatten, ob der Konzern trotz gegenteiliger Einschätzung der US-Umweltbehörde EPA auf mögliche Risiken hätte hinweisen müssen. Die EPA stuft Glyphosat als sicher ein und untersagt explizit Warnhinweise.

Eine Zusage des höchsten US-Gerichts zur erneuten Prüfung wäre für Bayer von hoher Bedeutung. Sie könnte zahlreiche anhängige Klagen gegen den Konzern hinfällig machen. Sollte das Gericht die Annahme des Falls jedoch ablehnen, stehen laut Bayer tiefgreifende Entscheidungen im Raum. Der für politische Kommunikation zuständige Manager Matthias Berninger deutete gegenüber der WirtschaftsWoche an, dass dann andere Maßnahmen in den Vordergrund treten würden. Zu diesen zählen laut früheren Angaben der Ausstieg aus dem Glyphosat-Geschäft in den USA sowie eine mögliche Insolvenz der Tochter Monsanto, über die ein Großteil der Klagen läuft.

Eine Insolvenz von Monsanto ist allerdings nicht ohne Weiteres umsetzbar. Bayer wäre dabei auf die Zustimmung der US-Gerichte angewiesen. Berninger betont, dass noch keine der denkbaren Optionen ausgeschlossen sei. Der Bayer-Vorstandsvorsitzende Bill Anderson hat mehrfach betont, dass der Konzern die rechtlichen Auseinandersetzungen um Glyphosat spätestens bis 2026 abschließen wolle.

Seit der Übernahme des US-Agrarkonzerns Monsanto im Jahr 2018 für über 60 Milliarden Dollar sieht sich Bayer mit massiven Klagen konfrontiert. Kläger machen das glyphosathaltige Mittel Roundup für Krebserkrankungen verantwortlich. Zur Bewältigung der Prozesse hat Bayer bislang rund zehn Milliarden Dollar aufgewendet. Ende 2024 lagen die Rückstellungen für Rechtsrisiken bei 5,9 Milliarden Dollar.

Die Aktie des Leverkusener Unternehmens konnte sich zuletzt erholen. Die Banken UBS und Kepler Cheuvreux sprachen Kaufempfehlungen aus und verwiesen darauf, dass das Prozessrisiko bereits im Kurs berücksichtigt sei. Seit Jahresbeginn hat die Bayer-Aktie rund 40 Prozent zugelegt und notiert aktuell bei etwa 28 Euro – deutlich unter dem Niveau von 2018, als sie noch bei rund 100 Euro stand. Ob der Supreme Court sich nun mit dem Fall beschäftigt, entscheidet sich voraussichtlich noch vor der Sommerpause.

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