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EPA lockert Quecksilber-Grenzwerte für US-Kohlekraftwerke – Industrie spart Millionen

Trump-Regierung schwächt Umweltauflagen und gewährt 47 Unternehmen zweijährige Ausnahmeregelungen für Luftschadstoff-Emissionen.

EPA lockert Quecksilber-Grenzwerte für US-Kohlekraftwerke – Industrie spart Millionen

Die US-Umweltschutzbehörde EPA plant noch diese Woche eine deutliche Lockerung der Quecksilber-Vorschriften für Kohlekraftwerke. Wie die New York Times berichtet, sollen hochrangige EPA-Beamte die neuen Regelungen am Freitag während einer Reise nach Louisville, Kentucky, offiziell verkünden. Die Änderungen ermöglichen es Kraftwerksbetreibern, mehr gefährliche Schadstoffe auszustoßen – darunter das Nervengift Quecksilber, das besonders die Gehirnentwicklung von Säuglingen gefährdet.

Die EPA hat bereits 47 Unternehmen für zwei Jahre von den bestehenden Vorschriften zur Begrenzung von Quecksilber und anderen Luftschadstoffen befreit. Nach Angaben der Behörde sollen durch die Lockerung "unangemessene Kosten" für Versorgungsunternehmen reduziert werden. Interne Dokumente zeigen, dass die Industrie zwischen 2028 und 2037 bis zu 670 Millionen Dollar einsparen könnte.

Rücknahme der Biden-Umweltstandards

Bereits im Juni 2024 hatte die EPA vorgeschlagen, die unter Präsident Joe Biden verabschiedeten strengeren Regeln zur Senkung von Kohlendioxid-, Quecksilber- und anderen Schadstoffemissionen aufzuheben. Dieser Vorschlag durchläuft derzeit die behördenübergreifende Prüfung. Eine endgültige Regelung wird veröffentlicht, sobald EPA-Chef Lee Zeldin seine Unterschrift geleistet hat.

Die Maßnahmen fügen sich in Präsident Donald Trumps Energiepolitik ein, die auf eine Beschleunigung des Infrastrukturausbaus abzielt. Trump begründet seine Politik mit dem steigenden Strombedarf durch künstliche Intelligenz und Rechenzentren. Er hat einen "Energienotstand" ausgerufen, um veraltete Kohlekraftwerke am Netz zu halten, deren Stilllegung eigentlich geplant war.

Auswirkungen auf erneuerbare Energien

Parallel zu den gelockerten Vorschriften für fossile Energieträger hat die Trump-Administration steuerliche Anreize für Wind- und Solarprojekte gestrichen. Zudem wurden Genehmigungsverfahren für erneuerbare Energien auf Bundesland sowie auf privatem und staatlichem Grund verzögert. Diese Maßnahmen könnten den Ausbau klimafreundlicher Energiequellen in den USA erheblich bremsen.

Quecksilber gilt als eines der gefährlichsten Umweltgifte und kann bereits in geringen Mengen schwere neurologische Schäden verursachen. Besonders gefährdet sind Schwangere und Kleinkinder, bei denen das Nervengift zu Entwicklungsstörungen führen kann. Umweltverbände kritisieren die geplanten Lockerungen als Rückschritt im Gesundheitsschutz der Bevölkerung.

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