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Erdgaspreis erreicht höchsten Stand seit 2023

Kälte, geringe Gasreserven und Handelssorgen treiben die Kosten in die Höhe

Erdgaspreis erreicht höchsten Stand seit 2023

Der Preis für europäisches Erdgas hat den höchsten Stand seit über einem Jahr erreicht und notiert derzeit bei rund 55 Euro je Megawattstunde (MWh) am richtungsweisenden Terminkontrakt TTF an der Börse in Amsterdam. Seit Mitte Dezember verzeichnet der Gaspreis einen kontinuierlichen Anstieg, mit einer Verteuerung von mehr als 40 Prozent in diesem Zeitraum. Experten führen diese Entwicklung auf mehrere Faktoren zurück, die sowohl wetterbedingte als auch geopolitische Ursachen haben.

Ein wesentlicher Preistreiber sind die aktuellen Wetterprognosen, die für Nordwesteuropa weiterhin vergleichsweise niedrige Temperaturen vorhersagen. Diese kühlen Bedingungen erhöhen den Heizbedarf in Haushalten und Industrie, was den Gasverbrauch in die Höhe treibt. Hinzu kommt, dass derzeit wenig Wind weht, wodurch der Beitrag von Windenergie zur Stromerzeugung sinkt. Dies führt zu einem zusätzlichen Anstieg der Nachfrage nach Erdgas als Energiequelle, um die Versorgungslücke zu schließen.

Neben den Witterungsbedingungen spielt auch die internationale Handelspolitik eine Rolle. Insbesondere die Sorge über mögliche Auswirkungen der neuen Zollpolitik der US-Regierung beeinflusst die Preisentwicklung. Die Unsicherheit über künftige Handelsbedingungen trägt zu einer nervösen Stimmung an den Rohstoffmärkten bei, was sich ebenfalls preistreibend auswirkt.

Ein weiterer Faktor ist der Rückgang der Gasreserven. Die europäischen Gasspeicher leeren sich in diesem Winter schneller als im Vorjahr. Aktuellen Daten des europäischen Gasspeicherverbands GIE zufolge lag der Füllstand der deutschen Erdgasspeicher zuletzt bei 52,38 Prozent. Im Vergleich dazu betrug der Füllstand Anfang Februar des Vorjahres noch rund 74 Prozent. Der Rückgang der Reserven verstärkt den Druck auf die Preise, da ein geringerer Puffer für Nachfragespitzen zur Verfügung steht.

Trotz des aktuellen Preisanstiegs liegt der Gaspreis weiterhin deutlich unter den Spitzenwerten, die im Sommer 2022 während der Frühphase des Ukraine-Kriegs erreicht wurden. Damals kletterten die Preise zeitweise auf über 300 Euro je Megawattstunde. Experten gehen jedoch nicht davon aus, dass das Vorkriegsniveau von etwa 20 Euro je Megawattstunde in naher Zukunft wieder erreicht wird. Deutsche Verbraucher und die Wirtschaft müssen sich daher auf ein längerfristig verändertes Preisumfeld einstellen.

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