Ericsson übertrifft Margenerwartungen trotz schwächerer Umsätze im Q2
Der schwedische Netzwerkausrüster Ericsson überraschte im zweiten Quartal mit starken Margen, verfehlte aber die Umsatzprognosen wegen geringerer Patentlizenzeinnahmen.

Telefonaktiebolaget LM Ericsson hat am Dienstag seine Ergebnisse für das zweite Quartal vorgelegt. Der schwedische Telekommunikationsausrüster erzielte einen Gewinn über den Markterwartungen, während der Nettoumsatz die Analystenschätzungen verfehlte. Hauptgrund für den Umsatzrückgang waren geringere Einnahmen aus Patentlizenzen.
Der Nettoumsatz sank um 6% auf 52,69 Milliarden schwedische Kronen und lag damit unter dem Analystenkonsens von 53,71 Milliarden Kronen. Im Vorjahreszeitraum hatte Ericsson noch 56,13 Milliarden Kronen erwirtschaftet. Der organische Umsatz – bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte – ging um 1% zurück. Ausschlaggebend war das Fehlen eines Einmaleffekts aus dem Vorjahresquartal, als eine teilweise Beilegung von Rechtsstreitigkeiten über geistiges Eigentum (IPR) das Ergebnis gestützt hatte. Positiv zu vermerken: In drei der vier Marktregionen von Ericsson stieg der organische Umsatz dennoch an.
Margen übertreffen selbst optimistische Schätzungen
Beim Gewinn lieferte Ericsson eine klare Überraschung. Die bereinigte Bruttomarge stieg von 48% im Vorjahr auf 48,4% und übertraf damit sogar die optimistischste Analystenschätzung von 48,2%. Das bereinigte EBITA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Amortisationen) belief sich auf 6,9 Milliarden Kronen – über dem Konsens von 6,71 Milliarden Kronen. Die bereinigte EBITA-Marge lag bei 13,1% und damit deutlich über der Konsensschätzung von 12,5%, wenngleich minimal unter dem Vorjahreswert von 13,2%.
Der Nettogewinn sank um 12% von 4,6 Milliarden auf 4,1 Milliarden Kronen. Das verwässerte Ergebnis je Aktie fiel von 1,37 auf 1,22 Kronen. Der freie Cashflow vor Fusionen und Übernahmen brach um 85% von 2,6 Milliarden auf 0,4 Milliarden Kronen ein. Die Patentlizenzeinnahmen gingen von 4,9 Milliarden auf 3,4 Milliarden Kronen zurück – ein direktes Spiegelbild des fehlenden Einmaleffekts aus dem Vorjahresquartal.
„Unsere Ergebnisse für das zweite Quartal unterstreichen die Stärke unseres Portfolios und unsere disziplinierte Umsetzung", erklärte Präsident und CEO Börje Ekholm in einer Mitteilung. Ekholm betonte, das Unternehmen habe im Quartal Maßnahmen ergriffen, um die Inflation bei den Komponentenkosten abzufedern. Gleichzeitig warnte er vor „einem gewissen Druck auf die bereinigte Bruttomarge im Bereich Networks im dritten Quartal aufgrund höherer Volumina bei Netzwerkausbauprojekten".
Ausblick: Netzwerksparte mit positivem Momentum
Für das dritte Quartal zeigt sich Ericsson zuversichtlich für sein Kerngeschäft. Im Bereich Networks erwartet das Unternehmen ein Umsatzwachstum, das über dem durchschnittlichen saisonalen Muster der letzten drei Jahre liegt. Die bereinigte Bruttomarge wird in einer Spanne von 48% bis 50% prognostiziert – ein solides Zielband, das Anleger positiv stimmen dürfte.
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Zur AktienanalyseIm Laufe des Quartals schüttete Ericsson insgesamt 8,2 Milliarden Kronen an seine Aktionäre aus. Davon entfielen 3,2 Milliarden Kronen auf Aktienrückkäufe – ein klares Signal des Vertrauens des Managements in die finanzielle Stärke des Unternehmens.
CEO-Wechsel angekündigt
In einer separaten Mitteilung gab Ericsson bekannt, dass CEO Börje Ekholm zum 30. September 2026 von seinem Posten zurücktreten wird. Er wird dem künftigen Präsidenten und CEO Per Narvinger bis zum 15. Juni 2027 als beratendes Vorstandsmitglied zur Seite stehen. Ekholm hatte das Unternehmen seit 2017 geführt und in dieser Zeit maßgeblich auf das 5G-Zeitalter ausgerichtet. Der geplante Übergang gibt dem Unternehmen ausreichend Zeit für eine geordnete Stabübergabe.


