Eskalierender Tarifkonflikt bei der Bahn
GDL-Forderungen stoßen auf Widerstand; Vermittlungsversuch steht an

Der anhaltende Tarifkonflikt bei der Bahn eskaliert weiter, wobei ein möglicher Streik in der Luft liegt. Die vorgeschlagenen Bedingungen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) treffen auf Widerstand von Seiten der Bahn. Bahn-Personalvorstand Martin Seiler betrachtet die Anforderungen der Arbeitnehmer, insbesondere im Vorfeld der kommenden Tarifrunde, als nicht umsetzbar. Er warnte vor den finanziellen Folgen einer Zustimmung zu diesen Forderungen und betonte, dass die Umsetzung der GDL-Vorschläge die Personalkosten der Bahn um über 50% erhöhen würde.
Ein besonderer Streitpunkt ist die Forderung der GDL nach einer Arbeitszeitreduktion von 38 auf 35 Stunden für Schichtarbeiter, ohne dabei eine Lohnkürzung in Kauf zu nehmen. Laut Seiler würde diese Änderung die Einstellung von rund 10.000 zusätzlichen Mitarbeitern erfordern - eine Zahl, die angesichts des aktuellen Arbeitsmarktes schwer vorstellbar ist.
Um die derzeitige Konfliktsituation zu entschärfen, hat Seiler vorgeschlagen, die Gespräche von Anfang an unter der Aufsicht von Konfliktberatern zu führen. Dieses Vorgehen ähnelt einer Schlichtung, die normalerweise erst dann in Betracht gezogen wird, wenn reguläre Tarifverhandlungen scheitern. Seiler betont, dass es notwendig sei, aus dem gegenwärtigen Streitmodus herauszukommen und stattdessen nach Lösungen zu suchen.
Es wurde ein schriftlicher Vorschlag an die GDL gesendet, in dem Seiler die Gewerkschaft um eine Antwort bis Ende der kommenden Woche bat. Der offizielle Start der Verhandlungen ist für den 9. November in Berlin geplant.
Die Reaktion der Gewerkschaft auf den Vorschlag der Bahn war gemischt. Der Vorsitzende der GDL, Claus Weselsky, zeigte sich skeptisch gegenüber dem Vorhaben, einen Schlichter von Beginn der Verhandlungen an einzubinden. Er äußerte Bedenken, dass dies den Verhandlungsführer von vornherein in eine schwächere Position bringen könnte.
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Zur AktienanalyseDie aktuellen Tarifverträge mit der GDL werden Ende Oktober auslaufen, wodurch auch die Friedenspflicht endet. Neben der geforderten Arbeitszeitreduktion strebt die Gewerkschaft auch eine Lohnerhöhung von mindestens 555 Euro pro Monat sowie eine Inflationsausgleichsprämie über einen Zeitraum von zwölf Monaten an. Darüber hinaus möchte die GDL ihren Einflussbereich bei der Bahn erweitern und auch für die Mitarbeiter der Infrastruktursparte verhandeln, für die sie bisher keine Tarifverträge hat.


