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Eskom startet 75-MW-Solarprojekt am Kohlekraftwerk Lethabo

Südafrikas staatlicher Energieversorger Eskom beginnt den Bau einer 75-MW-Photovoltaikanlage und plant bis 2030 rund 6 GW neue erneuerbare Kapazität.

Eskom startet 75-MW-Solarprojekt am Kohlekraftwerk Lethabo

Eskom, Südafrikas staatlicher Energieversorger, hat mit dem Bau eines 75-Megawatt-Solarprojekts neben seinem Kohlekraftwerk Lethabo im Free State begonnen. Das Projekt kostet 1,2 Milliarden Rand und soll nach Erreichen der vollen Produktionskapazität jährlich rund 147 GWh Strom erzeugen. Der erste Spatenstich gilt als bedeutender Meilenstein für die neu gegründete Tochtergesellschaft Eskom Green.

Das Projekt ist Teil einer sogenannten „baureifen Pipeline" von mindestens 2 GW an Projekten für erneuerbare Energien und Pumpspeicher, die im Laufe des Jahres 2026 vorangetrieben werden sollen. Die Finanzierung erfolgt über das genehmigte Investitionsprogramm von Eskom und wird über die eigene Bilanz gestemmt – ohne zusätzliche Projektfinanzierungskredite. Dies ist besonders bedeutsam, da Eskom unter einem Schuldenentlastungspaket des nationalen Finanzministeriums in Höhe von 232 Milliarden Rand operiert, dessen Bedingungen dem Unternehmen bisher neue Erzeugungsprojekte untersagt hatten.

Eskom Green als eigenständige Tochtergesellschaft

Eskom Green wird als eigenständige Tochtergesellschaft aufgebaut, um den Erzeugungsmix des Konzerns weg von der Kohle zu diversifizieren und Südafrikas sogenannte „Just Energy Transition" – die gerechte Energiewende – zu unterstützen. Rivoningo Mnisi, Eskom-Konzernleiter für erneuerbare Energien, betonte die strategische Bedeutung des Projekts: „Durch die Nutzung der vorhandenen Kraftwerksinfrastruktur demonstriert dieses Projekt die praktische Integration erneuerbarer Energietechnologien in unseren bestehenden Kohlekraftwerkspark. Es signalisiert Eskoms anhaltendes Engagement zur Stärkung der Versorgungssicherheit beim Übergang in eine kohlenstoffärmere Zukunft."

Neben dem Lethabo-Projekt wurden weitere 17 Projekte mit hoher Priorität für die Umsetzung an den Standorten bestehender Kohlekraftwerke identifiziert. Der Baubeginn dieser Vorhaben wird zwischen heute und 2028 erwartet. Mögliche Standorte sind unter anderem Arnot, Duvha, Majuba, Tutuka, Komati, Kendal, Kusile, Hendrina, Camden und Grootvlei. Bis 2030 sollen diese Projekte gemeinsam eine neue Kapazität von rund 6 GW liefern.

Langfristige Pipeline von über 32 GW geplant

Eskom Green plant darüber hinaus die Expansion in neue geografische und technologische Bereiche sowie die Verfolgung von Partnerschaften, gemeinsamen Entwicklungsmöglichkeiten und strategischen Akquisitionen. Der vorgeschlagene Finanzierungsrahmen soll einen begrenzten Rückgriff auf die Bilanz sicherstellen, indem Projektfinanzierungsprinzipien über spezielle Zweckgesellschaften – sogenannte Special Purpose Vehicles – angewendet werden. Langfristig verfolgt Eskom eine Pipeline von mehr als 32 GW an wettbewerbsfähigen Projekten für erneuerbare Energien und Speichersysteme bis 2040.

Das Projekt steht jedoch nicht ohne Kritik da. Angesichts der derzeitigen Netzengpässe in Südafrika wurden Bedenken geäußert, dass Netzkapazitäten, die an bestehende Kohlekraftwerke gebunden sind, direkt an Eskom für eigene Erneuerbare-Energien-Projekte übertragen werden könnten. Kritiker sehen darin ein potenziell wettbewerbswidriges Verhalten, das dem Grundsatz eines fairen, transparenten und offenen Netzzugangs widersprechen könnte. Eskom reagierte bislang nicht auf Fragen, ob für das Lethabo-Projekt bereits ein Budgetangebot für die zu nutzende Netzkapazität gesichert wurde.

Khutso Sekgota, General Manager für Geschäftsentwicklung bei Eskom Green, betonte während einer kürzlichen Präsentation, dass das Unternehmen den Übergang zu einer regelbasierten, wettbewerbsorientierten Stromversorgungsindustrie begrüße. Er stellte klar, dass Eskom Green in Bezug auf die Einhaltung von Netzzugangsregeln, Marktcodes und Wettbewerbsgesetzen keine Vorzugsbehandlung erhalten werde. Für internationale Investoren und Beobachter bleibt die Frage der Marktregulierung und Transparenz in Südafrikas Energiesektor dennoch ein zentrales Thema.

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