ETF-Markt: Warum Krisen-Pausen bei Sparplänen Rendite kosten
Im März flossen nur noch 10,4 Milliarden Euro in europäische ETFs – doch Experten sehen darin keine Panik, sondern Strategie.

Der europäische ETF-Markt erlebte im März einen deutlichen Rückgang der Zuflüsse. Nach Rekordzuflüssen in den Vormonaten – jeweils knapp 50 Milliarden Euro im Januar und Februar – sammelten börsengehandelte Indexfonds im März lediglich 10,4 Milliarden Euro ein. Auf den ersten Blick wirkt das wie ein Einbruch, doch der Schein trügt.
Konrad Kleinfeld, Vertriebsspezialist bei SPDR – der ETF-Sparte von State Street Investment Management – ordnet die Entwicklung anders ein. Für ihn handelt es sich weniger um einen Rückzug der Anleger als vielmehr um eine gezielte Repositionierung. Trotz geopolitischer Spannungen sieht er keinen Grund zur Panik.
Repositionierung statt Rückzug
Anleger, die in Krisenzeiten ihre ETF-Sparpläne pausieren, riskieren laut Kleinfeld langfristig auf Rendite zu verzichten. Diese Einschätzung ist für Privatanleger besonders relevant: Wer regelmäßig investiert, profitiert vom sogenannten Cost-Averaging-Effekt – also dem Durchschnittskosteneffekt, bei dem in schwachen Marktphasen automatisch mehr Anteile für denselben Betrag erworben werden.
Der deutliche Rückgang der Zuflüsse im März muss also im Kontext betrachtet werden. Nach zwei außergewöhnlich starken Monaten ist eine Normalisierung nicht ungewöhnlich. Entscheidend ist, wie Anleger auf volatile Marktphasen reagieren – und ob sie ihrer langfristigen Strategie treu bleiben.
Welche Sektoren und Anlageklassen leiden
Im aktuellen Marktumfeld sind nicht alle Segmente gleich betroffen. Kleinfeld zufolge leiden bestimmte Sektoren besonders stark unter den geopolitischen Spannungen. Konkrete Angaben zu den am stärksten betroffenen Bereichen liefert er im Interview mit der Wirtschaftswoche.
Auch Anleihe-ETFs stehen unter Druck. Diese Anlageklasse, die eigentlich als defensiver Baustein in Portfolios gilt, zeigt sich derzeit schwächer als erwartet. Für Privatanleger, die auf eine breite Diversifikation setzen, ist das ein wichtiger Hinweis: Selbst vermeintlich sichere Anlageklassen bleiben von einem turbulenten Marktumfeld nicht verschont.
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Zur AktienanalyseDie Botschaft aus dem ETF-Markt ist letztlich klar: Kurzfristige Schwankungen bei den Zuflüssen spiegeln nicht zwingend das Verhalten langfristig orientierter Anleger wider. Wer einen Sparplan auf einen breit diversifizierten Indexfonds bespart, sollte Krisenmomente nicht zum Anlass nehmen, die Einzahlungen zu stoppen.
Historisch betrachtet haben sich Phasen mit geringeren Zuflüssen oder sogar Abflüssen aus ETFs häufig als günstige Einstiegszeitpunkte erwiesen. Die Entwicklung im März 2026 reiht sich in ein bekanntes Muster ein: Unsicherheit führt zu Zurückhaltung – doch genau diese Zurückhaltung kann langfristig teuer werden.
Für Anleger bleibt die Kernbotschaft bestehen: Disziplin und Kontinuität beim Investieren zahlen sich aus – gerade dann, wenn die Märkte unruhig sind.


