ETFs in Schweizer Franken: Warum deutsche Anleger Zugriffsprobleme haben
Technische Hürden bei Börsenplätzen und Verwahrung erschweren den Kauf von CHF-ETFs über deutsche Banken

Eine deutsche Rentnerin möchte ihr Portfolio mit ETFs in Schweizer Franken diversifizieren – stößt dabei aber auf unerwartete Hindernisse. Der Fall zeigt exemplarisch, welche technischen Hürden beim grenzüberschreitenden ETF-Handel bestehen und wie Anleger diese umgehen können.
Konkret geht es um drei iShares-Produkte: den Core CHF Corporate Bond ETF für Schweizer Unternehmensanleihen, den Swiss Dividend ETF für dividendenstarke Schweizer Aktien sowie den Gold CHF Hedged ETF. Die Idee dahinter ist schlüssig: Währungsdiversifikation kombiniert mit unterschiedlichen Ertragsquellen. Der Schweizer Franken gilt vielen Investoren als stabile Ergänzung zum Euro.
Entgegen der ersten Vermutung sind diese Wertpapiere für deutsche Anleger grundsätzlich verfügbar. Weder Schweizer Staatsbürgerschaft noch Wohnsitz in der Schweiz sind erforderlich. Die Schwierigkeiten entstehen auf einer anderen Ebene: bei der technischen Infrastruktur der Banken.
Börsenplatz und Broker entscheiden über Zugang
Das erste Hindernis betrifft den Handelsplatz. ETFs werden nicht automatisch an allen Börsen gelistet. Die genannten iShares-Produkte sind zwar an mehreren deutschen Börsen verfügbar, doch nicht jeder Broker bietet Zugang zu diesen Handelsplätzen. Besonders Neobroker, die ausschließlich über Gettex oder Lang & Schwarz handeln, stoßen hier an Grenzen.
Das bedeutet nicht, dass der ETF verboten wäre. Es fehlt lediglich die technische Anbindung des jeweiligen Brokers. Anleger sollten daher gezielt nachfragen, welche Börsenplätze ihr Institut bedient.
Verwahrung in der Schweiz als Knackpunkt
Noch entscheidender ist die Frage der Verwahrung. Nach dem Kauf muss jedes Wertpapier bei einer Lagerstelle hinterlegt werden. Bei den erwähnten ETFs liegt das Lagerland in der Schweiz, nicht in Deutschland. Die Bank muss also über eine Schweizer Verwahrstelle verfügen – und genau daran scheitert es bei vielen deutschen Instituten.
Einige Banken können den Kauf zwar technisch ausführen, das Wertpapier anschließend aber nicht verwahren. Die Handelbarkeit hängt damit nicht allein vom Produkt ab, sondern ebenso von der Infrastruktur der Bank. Eine direkte Nachfrage beim Institut schafft hier Klarheit.
Produktstruktur kritisch prüfen
Neben den technischen Aspekten lohnt ein Blick auf die Produktqualität. Der Swiss Dividend ETF investiert nur in rund 20 Unternehmen – ein spürbares Klumpenrisiko, zumal der Schweizer Markt ohnehin von wenigen Schwergewichten dominiert wird.
Zudem sind hohe Ausschüttungen kein Qualitätsmerkmal. Unternehmen, die Gewinne reinvestieren, können langfristig stärker wachsen. Als Alternative bieten sich breiter gestreute Schweizer Aktienindizes ohne Dividendenfokus an. Diese sind in Deutschland meist problemlos handelbar.
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Zur AktienanalyseAlternativen und Lösungswege
Beim Gold-ETF mit Währungsabsicherung existieren aus deutscher Sicht kaum sinnvolle Alternativen. Wer genau diese Struktur umsetzen möchte, hat zwei Optionen: Entweder die technischen Voraussetzungen bei der deutschen Bank sind erfüllt – oder man eröffnet ein Depot direkt bei einer Schweizer Bank.
Letzteres bedeutet mehr organisatorischen Aufwand, kann aber in bestimmten Fällen die klarste Lösung sein. Die Abwägung zwischen Aufwand und Nutzen bleibt dem einzelnen Anleger überlassen.
Die Beimischung anderer Währungsräume kann durchaus sinnvoll sein. Sie sollte jedoch weder an technischer Unkenntnis scheitern noch unnötig verkompliziert werden. Eine gezielte Nachfrage bei der Bank über Börsenplatz-Zugang und Verwahrungsmöglichkeiten bringt schnell Klarheit über die tatsächlichen Handlungsoptionen.


