ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Ethan Allen CEO verteidigt Strategie gegen aktivistischen Investor

Nach einem Stimmrechtskampf durch DGB Investments bekräftigt Ethan-Allen-Chef Kathwari den Fokus auf Showrooms statt Online-Vertrieb.

Ethan Allen CEO verteidigt Strategie gegen aktivistischen Investor

Farooq Kathwari, Chief Executive Officer von Ethan Allen Interiors Inc. (NYSE: ETD), hat am Freitag die Strategie des amerikanischen Möbelhändlers öffentlich verteidigt. Anlass war ein aktivistischer Vorstoß von Douglas Bergeron, Gründer von DGB Investments, der Anfang der Woche einen Stimmrechtskampf – einen sogenannten Proxy Fight – gegen das Unternehmen eingeleitet hatte. In einem Interview mit Bloomberg TV stellte sich Kathwari klar hinter den eingeschlagenen Kurs.

Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht die grundlegende Frage, wie Ethan Allen künftig wachsen soll: über digitale Kanäle oder über das bestehende Netz aus stationären Showrooms und persönlichen Einrichtungsberatungen. Kathwari betonte, das Unternehmen priorisiere bewusst langfristige Einzelhandelsumsätze gegenüber kurzfristigen digitalen Verkäufen.

Showrooms statt Online-Shop: Die Strategie von Ethan Allen

Der CEO erläuterte, dass Ethan Allen Online-Besucher aktiv dazu anhalte, sich mit Einrichtungsberatern in den Filialen zu treffen, anstatt direkt über die Website zu kaufen. Zwar räumte Kathwari ein, dass die Umsätze über die Website entsprechend niedriger ausfallen. Er begründete dies jedoch mit einem klaren Argument: Die Umsätze seien drei- bis fünfmal höher, wenn Kunden mit Innenarchitekten interagieren. Die Pflege dieser Beziehungen zu den Einrichtungsberatern stehe daher im Mittelpunkt der Unternehmensstrategie.

Dieser Ansatz steht in direktem Widerspruch zur Kritik des Aktivisten Bergeron. Der ehemalige CEO und Chairman von VeriFone erklärte, die Strategie des Unternehmens habe digitale Initiativen vernachlässigt – obwohl die Online-Umsätze in der gesamten Möbelbranche wachsen. Bergeron hatte am Mittwoch öffentlich gemacht, dass er eine Beteiligung an Ethan Allen aufgebaut hat und nun den gesamten Verwaltungsrat ersetzen möchte.

Aktivist nominiert Kandidaten von eBay und Wayfair

Bergeron geht dabei weit: Er nominiert sich selbst sowie fünf ehemalige Führungskräfte aus der Digitalwirtschaft als neue Board-Mitglieder. Die nominierten Kandidaten stammen aus namhaften Unternehmen wie eBay Inc. (NASDAQ: EBAY) und Wayfair Inc. (NYSE: W) – beides Konzerne mit starker Online-Ausrichtung. Damit sendet Bergeron ein klares Signal, in welche Richtung er Ethan Allen führen möchte.

In seiner Begründung für den Vorstoß erklärte Bergeron, Ethan Allen verfüge zwar über ein starkes Fundament, habe es jedoch aufgrund einer veralteten Strategie sowie eines zu lange amtierenden Managements und Boards versäumt zu wachsen. Diese Kritik zielt direkt auf Kathwari, der das Unternehmen seit Jahrzehnten führt und als prägende Figur gilt.

Für deutsche Anleger ist der Fall ein anschauliches Beispiel für den wachsenden Einfluss aktivistischer Investoren im US-amerikanischen Markt. Proxy Fights – also Kämpfe um Stimmrechte auf Hauptversammlungen – sind in den USA ein etabliertes Mittel, um Druck auf das Management börsennotierter Unternehmen auszuüben. Der Ausgang solcher Auseinandersetzungen kann die strategische Ausrichtung eines Unternehmens grundlegend verändern.

Die Aktie von Ethan Allen reagierte auf die Entwicklungen zunächst positiv: Im Freitagshandel legte das Papier um rund 1,1 Prozent zu. Ob dies eine Reaktion auf Kathwaris Auftritt bei Bloomberg TV oder auf die generelle Aufmerksamkeit durch den Aktivisten zurückzuführen ist, bleibt offen. Der eigentliche Machtkampf zwischen Management und Aktivist dürfte jedoch erst noch beginnen.

Ethan AllenProxy FightAktivistischer InvestorDouglas BergeronDgb InvestmentsMöbelhandel UsaFarooq Kathwari

Disclaimer