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EU importiert russisches LNG für 7,4 Milliarden Euro trotz Sanktionen

Flüssigerdgas-Importe aus Russland bleiben erlaubt – vollständiges Verbot erst ab 2027 geplant

EU importiert russisches LNG für 7,4 Milliarden Euro trotz Sanktionen

Die Europäische Union hat im vergangenen Jahr Flüssigerdgas aus Russland im Wert von 7,4 Milliarden Euro importiert, wie die Statistikbehörde Eurostat mitteilte. Dies entspricht einem Anteil von 16 Prozent an den gesamten LNG-Importen der EU, die sich auf 46 Milliarden Euro beliefen. Trotz des anhaltenden Ukraine-Kriegs sind russische Gaslieferungen weiterhin legal.

Die Vereinigten Staaten bleiben mit Abstand der wichtigste LNG-Lieferant für Europa. US-Importe erreichten einen Wert von 24,2 Milliarden Euro und machten damit mehr als die Hälfte aller europäischen Flüssigerdgas-Bezüge aus. Die russischen Lieferungen sanken im Jahresvergleich lediglich um drei Prozent.

Importverbot tritt 2027 in Kraft

Ab November 2027 gilt in der EU ein vollständiges Importverbot für russisches LNG. Die Maßnahme ist Teil eines im Oktober beschlossenen Sanktionspakets gegen Moskau. Anfang Februar trat bereits eine neue Verordnung in Kraft, die schrittweise sämtliche russischen Gaseinfuhren untersagt – sowohl Flüssigerdgas als auch Pipeline-Gas.

Die neue Regelung bietet mehr rechtliche Sicherheit als bisherige Sanktionen, die alle sechs Monate einstimmig verlängert werden müssen. Sie gilt dauerhaft und schafft damit Planungssicherheit für Energieunternehmen und Investoren. Allerdings enthält die Verordnung eine Sicherheitsklausel: Falls die Versorgungssicherheit einzelner Mitgliedstaaten ernsthaft gefährdet ist, kann die EU-Kommission Ausnahmen genehmigen.

Deutsche Sefe importiert weiter russisches Gas

Das bundeseigene Energieunternehmen Sefe bezieht derzeit noch russisches Flüssigerdgas auf Basis eines langfristigen Vertrags. Das Unternehmen, das früher als Gazprom Germania zur russischen Gazprom-Gruppe gehörte, wurde während der Energiekrise verstaatlicht. Die Fortsetzung der Importe erfolgt aus vertraglichen Verpflichtungen.

Die Europäische Kommission geht davon aus, dass nach dem Einfuhrstopp ausreichend Gas verfügbar sein wird. Der globale Gasmarkt biete genügend alternative Anbieter, um den Wegfall russischer Lieferungen zu kompensieren. Für Investoren im Energiesektor bedeutet dies sowohl Chancen bei alternativen Anbietern als auch Risiken durch mögliche Preisschwankungen während der Umstellungsphase.

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